21.11.2019

Ausstellung zu „Handwerkswissen – Kulturerbe mit Zukunft“

Einblick in die Ausstellung "Handwerkswissen – Kulturerbe mit Zukunft" im Haus des Deutschen Handwerks.
Foto: ZDH

Wie vielseitig Wissen ist, das zeigt noch bis zum 6. Dezember 2019 die Ausstellung „Handwerkswissen – Kulturerbe mit Zukunft“ im Haus des Handwerks in Berlin. Wird über Wissen geredet, denken die meisten an Schule und Universität, an Bücher und Experimente. Wissen umfasst jedoch weit mehr. Denn es ist nicht nur im Gehirn, sondern im gesamten Körper verankert. Es erwächst aus unseren Erfahrungen und verfestigt sich durch Übung. Solches erfahrungsbasiertes Wissen und Können bilden gerade in der Handwerkswirtschaft einen wichtigen Ausgangspunkt für Innovationen. Denn im Handwerk ist kaum ein Auftrag wie der andere, weshalb Handwerkerinnen und Handwerker nahezu täglich in ihrer Problemlösungskompetenz gefordert sind.

Die Ausstellung zu tacit knowledge und Innovation im Handwerk betont die Bedeutung von Körper- und Erfahrungswissen im Handwerk im Bereich Lehm- und Orgelbau. Sie will so zur Diskussion anregen. Gerade am Beispiel dieser ausgewählten traditionellen Handwerke, die zu unserem immateriellen Kulturerbe zählen, zeigt sie das innovative Potential, das im Handwerk steckt. Über Texte, Objekte und Filme wird die Bedeutung von Wissen und Können für Handwerk und Gesellschaft beleuchtet. Diese Perspektive auf diese oft unterschätzten Wissensformen soll Wege zu deren gesellschaftlicher Wertschätzung ebnen.

Entstanden ist die Ausstellung im Rahmen des Forschungsprojektes „Objekte der Könner“, an dem die Göttinger Institute der Wirtschaftswissenschaften, Volkswirtschaftslehre, Handwerksforschung und Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie sowie das Kölner Institut für Berufsbildung im Handwerk beteiligt waren. Es ging um „Objekte der Könner“ im Bereich Lehm- und Orgelbau, um Handwerksobjekte und das Wissen, mit dem sie geschaffen sind, die Problemlösungs- und Zukunftsfähigkeit, die sie verkörpern und die Frage, was die Herstellung solcher Dinge mit den Menschen macht, die sie herstellen.

Die Ausstellung, die durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung in der Förderlinie „Die Sprache der Objekte – Materielle Kultur im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen“ gefördert wird, ist zwischen Lüneburg und München an acht Orten zu sehen.

In Berlin ist sie vom 25. November bis zum 6. Dezember 2019 im Haus des Deutschen Handwerks zu besichtigen: Mohrenstr. 20/21, 10117 Berlin, montags bis freitags, 09:00 bis 15:30 Uhr, Eintritt frei. Führungen für externe Besucherinnen und Besucher werden am 26.11.2019 und 28.11.2019 sowie am 3.12.2019 und 5.12.2019 angeboten, und zwar an den Dienstagen in der Zeit von 10:00 bis 12:00 Uhr und an den Donnerstagen von 14:00 bis 16:00 Uhr. Dafür wird um Anmeldung unter fejes(at)zdh.de gebeten.

Kontakt:
Zentralverband des Deutschen Handwerks
Dr. Titus Kockel, Tel. 030 206 19-335
Nähere Infos zum Forschungsprojekt unter: https://omaheti.wordpress.com

Kontakt:
Dr. Benjamin W. Schulze,
Professur für Wirtschaftspolitik und Mittelstandsforschung,
Universität Göttingen, Tel. 0551 39 174885,
E-Mail: Benjamin.schulze(at)wiwi.uni-goettingen.de
und
Dr. Dorothee Hemme,
Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie,
Universität Göttingen, Tel. 0551 39 25353,
E-Mail: dhemme4(at)gwdg.de