31.07.2020

Antragsverfahren zur Ausbildungsprämie leider komplizierter als nötig

Portraitfoto von Holger Schwannecke in seinem Büro im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin
Foto: ZDH/Boris Trenkel

Zur Ersten Förderrichtlinie für das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ erklärt ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke:

„Das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ ist richtig und wichtig. Angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie muss der Ausbildungsmarkt unbedingt gestützt werden, indem krisenbetroffene, aber eigentlich ausbildungswillige Kleinst- und Kleinbetriebe unterstützt werden. Das Handwerk hat sich sehr früh dafür eingesetzt, dass Betriebe als Anerkennung und Wertschätzung für ihre Ausbildungsleistung entlastet werden. Ebenfalls stark gemacht haben wir uns aber auch dafür, dass eine derartige Unterstützung so zielgenau und bürokratiearm wie möglich erfolgt. Dies ist leider nicht ideal gelungen. Förderberechtigte Handwerksunternehmen, die voraussichtlich ab kommenden Montag die notwendigen Antragsunterlagen von den Arbeitsagenturen beziehen können, werden, wie auch die Handwerkskammern, bei der Ausbildungsprämie und den weiteren Instrumenten mit komplexen und nur schwer nachvollziehbaren Antragsverfahren belastet. Hier hätten wir uns eine schlankere und auch stärker digital gestützte Umsetzung gewünscht.

Ob das Bundesprogramm genügend Kraft entfaltet, um den Ausbildungsmarkt auch nachhaltig zu stützen, werden die kommenden Wochen und Monate zeigen. Im Bedarfsfall muss zügig politisch nachgesteuert werden. Die Ausbildung im Handwerk darf nicht nur punktuell in den Fokus rücken. Sie muss auch mittel- und langfristig oberste Priorität genießen. Das Handwerk wird wie bisher alle Kraft in die Werbung für die duale Ausbildung sowie die Vermittlung und Nachvermittlung von Ausbildungsplätzen investieren. „Jetzt erst recht: Wir bilden weiter aus.“ – so ein aktuelles Motto aus unserer Imagekampagne – ist und bleibt für uns handlungsleitend. Denn die Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen. Und diese werden spätestens nach Überwindung der Corona-Pandemie im Handwerk wieder genauso dringend gebraucht wie zuvor.“

Mehr zum Thema

Foto: AdobeStock/WavebreakmediaMicro