23.03.2020

ZDH-Generalsekretär Schwannecke zur Situation im Handwerk: "Es geht bei Vielen um Tage, nicht um Wochen"

Foto: ZDH/Boris Trenkel

ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke erklärt angesichts der Corona-Krise gegenüber der "Deutschen Presse-Agentur" zur Situation im Handwerk, insbesondere der Betriebe:
 
„Bei vielen Handwerksbetrieben ist inzwischen die Fortführung und Zukunft ihres Betriebes real gefährdet. Die noch zuletzt prall gefüllten Auftragsbücher leeren sich in einem Tempo und Umfang, dass es für viele Betriebe, die noch vor wenigen Wochen sehr gut dastanden, jetzt bereits ans Eingemachte geht: Die Umsätze brechen ein, die Kunden bleiben weg und Aufträge werden in einem bislang noch nie dagewesenen Ausmaß storniert. Oder Aufträge können nicht erfüllt werden, weil Lieferketten zusammenbrechen. Das geht massiv an die Substanz der Betriebe im Handwerk, von denen viele nur Rücklagen für rund vier Wochen haben. Danach droht ihnen, wenn die Einnahmen weiter ausbleiben und die Kosten weiterlaufen, die Pleite. Deshalb ist es so wichtig, dass Handwerksbetriebe rasch und unbürokratisch Liquiditätshilfen erhalten, damit sie zahlungsfähig bleiben. Und es ist wichtig, ihnen Instrumente wie etwa das Kurzarbeitergeld an die Hand zu geben, damit sie ihre Beschäftigten halten können.
 
Schließlich müssen Handwerker in den kommenden Wochen auch maßgeblich dazu beitragen, die Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Das Handwerk sieht sich hier  in besonderer Weise in der Pflicht und Verantwortung. Nach wie vor versorgen Bäcker, Metzger und Konditoren die Bevölkerung mit frischen Produkten, sind Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerk sowie Elektriker weiter tätig, kümmern sich Textil- und Gebäudereiniger um die jetzt erst recht notwendige Hygiene. Umso entscheidender ist es, dass die Betriebe auch weiter machen können. Die bereits auf den Weg gebrachten Unterstützungshilfen sind absolut richtig und notwendig. Aber sie müssen noch deutlich unbürokratischer und schneller bei unseren Betriebsinhabern ankommen. Antragsverfahren müssen verschlankt und auf manche übliche Prüfung bei Kredit- und Darlehensanträgen verzichtet werden. Es geht bei Vielen um Tage, nicht um Wochen.
 
Vor allem bei kleinsten und kleinen Betrieben wird man nicht umhin kommen, ihnen mit Zuschüssen zur Finanzierung ihrer laufenden Kosten unter die Arme zu greifen, wenn man verhindern will, dass sie vom Markt verschwinden. Die Liquiditätsbrücken müssen jetzt im Eilverfahren gebaut werden, sodass den Betrieben der Weg in die Zukunft weiter möglich ist.“

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