25.05.2020

"Wirtschaft macht Druck – Fehlende Kinderbetreuung bremst Neustart"

Foto: ZDH/Boris Trenkel

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer sprach mit der Nachrichtenagentur Reuters über Schul- und Kitaöffnungen als Voraussetzung für das Wiederanlaufen der Wirtschaft:

„Derzeit laufen in den Bundesländern zwar die Öffnungen von Kitas und die Beschulung wieder an, doch wird damit bei Weitem noch keine flächendeckende Versorgung von Kinderbetreuung und Unterricht erreicht. Der innerfamiliäre Betreuungsbedarf für Kinder, die weiter nicht oder nur sehr eingeschränkt in ihre Kindergärten oder in die Schule gehen können, bleibt im Handwerk für das wirtschaftliche Wiederhochfahren daher ein akuter Engpassfaktor, denn als Folge daraus fehlen weiter viele dringend benötigte Mitarbeiter. Laut der jüngsten ZDH-Corona-Umfrage sind in jedem vierten Betrieb Mitarbeiter nicht verfügbar, teils quarantäne- oder krankheitsbedingt, aber eben auch, weil sie sich zuhause um ihre Kinder kümmern müssen. Damit Betriebe wieder vollumfänglich arbeiten und planen können, braucht es für ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, aber auch für ihre Azubis eine verlässliche und umfassende Kinderbetreuung.

Gerade auch für junge Eltern in Ausbildung wie auch alleinerziehende Auszubildende ist eine geregelte Kinderbetreuung essentiell, damit sie ihre Ausbildung fortsetzen können. Die eingeschränkte Kinderbetreuung ist daher für Auszubildende und ihre Ausbildungsbetriebe eine große Herausforderung. Für eine erfolgreiche Ausbildung ist zudem die Vermittlung der fachtheoretischen Ausbildungsinhalte durch die Berufsschulen erforderlich. Bisher wurde noch nicht für alle Jahrgänge in allen Bundesländern der Präsenzunterricht an den Berufsschulen wieder aufgenommen.  Jetzt ist es wichtig, zeitnah Konzepte für eine Verbindung aus Präsenz- und Onlineunterricht zu entwickeln, um spätestens im neuen Schuljahr alle Ausbildungsinhalte vermitteln zu können.

Damit der Neustart in Wirtschaft und Handwerk gelingen kann, müssen die Notbetreuungsmaßnahmen entsprechend den jüngsten politischen Vereinbarungen zwischen Bund und Ländern nun auch tatsächlich und flächendeckend ausgeweitet werden!“

Coronavirus

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