09.09.2020

„Wir brauchen Technologieoffenheit, und es wäre ein Fehler, den Verbrennungsmotor jetzt zu verteufeln“

Portraitfoto von Holger Schwannecke telefonierend in seinem Büro im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin
Foto: ZDH/Boris Trenkel

ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke sprach im Vorfeld des Autogipfels am Dienstag, 8. September 2020, mit Rena Lehmann von der "Neuen Osnabrücker Zeitung (NOZ)" zu den Erwartungen des Handwerks an das Treffen und appellierte an die Teilnehmer, den Verbrennungsmotor nicht vorschnell aufzugeben und einseitig auf nur eine Antriebstechnik zu setzen:

„Es wäre ein Fehler, den Verbrennungsmotor jetzt zu verteufeln und alles auf Elektromobiliät zu setzen und vielleicht als nächstes auf Wasserstoff. Wir müssen die Systeme, die wir haben, effizienter machen. Es ist aus unserer Sicht sinnvoller, sich die einzelnen Antriebstechniken mit Blick auf die Einsatzbereiche auf Klimaverträglichkeit, Effizienz und Schadstoffe anzusehen und dann ein Gesamtkonzept zu entwickeln. Entscheidend ist doch, dass sich die effizientesten Systeme durchsetzen. Dafür brauchen wir vernünftige Rahmenbedingungen und Verlässlichkeit. Wir brauchen eine Technologieoffenheit. Wir schwenken in Deutschland gern mit einem Absolutheitsanspruch plötzlich um. Aber wir müssen aufpassen, in einem so gravierenden Transformationsprozess nicht das Kind mit dem Bade auszuschütten. Das Handwerk braucht zwingend Mobilität - auf dem Land wie in der Stadt. Wie sonst sollen Versorgungsfahrzeuge des Handwerks, Installateure und Heizungsbauer ihr Material zu den Kunden bringen? Das geht nicht mit Lastenrädern. Da muss man genau gucken, für welchen Zweck welche Antriebsart die beste ist.“