01.04.2020

Erste Corona-Hilfen kommen bei Betrieben an

ZDH
Foto: ZDH/Boris Trenkel

Erste Corona-Hilfen kommen inzwischen nach Angaben der Handwerksbranche bei Betrieben an – ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer sprach sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur aber erneut für Nachbesserungen aus.

„Sowohl die KfW-Programme als auch die Bürgschaften der Bürgschaftsbanken wie auch die neuen Liquiditätshilfen des Bundes, die von den Ländern ausgereicht werden, kommen zwischenzeitlich bei den ersten Handwerksunternehmen an. Alle durchführenden Stellen und deren Mitarbeiter haben hierfür beispielhafte Schnelligkeit und Leistungsstärke bewiesen. Vielfach waren sie über das gesamte Wochenende hinweg tätig, genauso wie ganz viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der gesamten Handwerksorganisation, die über Hotlines und online Hilfe suchende Betriebe beraten und unterstützt haben. Dafür jedem Einzelnen in den Verwaltungen, Behörden und in der Handwerksorganisation, der damit seinen Beitrag geleistet hat, unsere Betriebe über diese schwierige Zeit zu bringen und sie zu unterstützen, ganz herzlichen Dank.
 
Allerdings zeigen sich jetzt auch sehr deutlich die Grenzen für rasche, unbürokratische Liquiditätskredite, die durch die zur Finanzmarktstabilisierung grundsätzlich wichtigen bankenaufsichtsrechtlichen Regelungen gesetzt sind: Ohne Kredit- und Liquiditätsprüfungen geht es derzeit nicht. Das jedoch verzögert die Kreditausreichung über die Hausbanken in einer Extremsituation, in der Schnelligkeit bei der Antragsbewilligung und Auszahlung oberstes Gebot sind. Hier muss dringend nachgebessert und „Basel III“ für die überlebensnotwendigen Liquiditätskredite an Betriebe und Unternehmen temporär ausgesetzt werden!
 
Und auch was die Soforthilfen des Bundes betrifft, hakt es nach wie vor daran, dass sie nur für kleinste Unternehmen bis zu 10 Mitarbeitern vorgesehen sind. Dadurch fällt ein Großteil von mittelgroßen Handwerksunternehmen durch dieses Hilfsnetz. Will man nicht riskieren, dass der Mittelstand als Rückgrat unserer Wirtschaft wegbricht, müssen die Bundes-Soforthilfen auf den kompletten Mittelstand ausgeweitet und auch für Betriebe mit mehr als 10 Beschäftigten zugänglich sein.“

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