03.08.2020

"Ausbildung ist Herzenssache im Handwerk!"

Portraitfoto von Hans Peter Wollseifer im Büro im Haus des Deutschen Handwerks in Berlin
Foto: ZDH/Boris Trenkel

ZDH-Präsident Hans Peter Wollseifer äußerte sich gegenüber Alessandro Peduto von "Funke Medien" zur derzeitigen Lage auf dem Ausbildungsmarkt:

"Kein Jugendlicher muss aufgrund von Corona den Anschluss für seine berufliche Zukunft verpassen. Die Betriebe und  Handwerksorganisationen sind vorbereitet und arbeiten nach Kräften daran, dass junge Menschen ihre Ausbildung ohne große Verzögerungen noch rechtzeitig starten können.
Unsere Handwerksorganisationen fokussieren sich seit Wochen intensiv auf die Nachvermittlung. All den jungen Menschen, bei denen aufgrund weggefallener Formate zur Berufsorientierung in den vergangenen Monaten Unsicherheiten entstanden sind, ob eine Ausbildung überhaupt noch stattfindet, sage ich ganz klar: Es ist noch alles möglich. Handwerk ist nicht nur modern, innovativ und in vielerlei Hinsicht digital, sondern ist auch krisenfest: Eine Ausbildung im Handwerk bietet weiterhin beste Chancen für eine berufliche Karriere. Denn kein Zukunftsbereich kommt ohne den Innovationstrieb und die Umsetzungsstärke des Handwerks aus: sei es bei der Energiewende, bei der E-Mobilität, Smart Living oder beim Wohnungsbau.

Ausbildung ist Herzenssache im Handwerk! Unsere Handwerksbetriebe sind motiviert. Sie  wissen: Wenn Sie auch künftig ausreichend qualifizierte Fachkräfte in ihren Betrieben beschäftigen wollen, dann ist die berufliche Ausbildung dafür der entscheidende Schlüssel.

Unsere Handwerksbetriebe stehen für die Ausbildung bereit und Ausbildungsberater und passgenaue Vermittler in den Handwerkskammern helfen gerne bei der Vermittlung zur passenden Lehrstelle. Sie helfen auch dabei, in den über 130 Ausbildungsberufen im Handwerk den passenden zu finden. Jugendliche können mit der Lehre dann auch im September oder sogar im Oktober oder November noch starten.

Sie jetzt zu ermutigen und mit den Betrieben zusammenzubringen, daran sollten alle Beteiligten in einer gemeinsamen Anstrengung mitarbeiten. Das haben wir auch in einem gemeinsamen Appell mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier deutlich gemacht, in dem wir Betriebe und Jugendliche aufgerufen haben, sich trotz aller Widrigkeiten gerade jetzt für eine berufliche Ausbildung zu entscheiden. Und auch Eltern und Lehrer sollten sie dabei unterstützen, denn Fachkräfte werden immer gesucht werden - eine gute Ausbildung bleibt also der Schlüssel für eine gute Zukunft. Oder kurz: Für eine gute Ausbildung im Handwerk ist es nie zu spät."

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