Kongress: Kulturerbe Handwerk in Europa vom 12.-14. September 2018

Bauhüttenwesen © Dombauarchiv Köln, DUK

Handwerkskongress "Kulturerbe Handwerk in Europa"
12.-14. September 2018,
Haus des Deutschen Handwerks, Mohrenstraße 20/21, 10117 Berlin

Das Europäische Kulturerbejahr 2018 hat sich zur Aufgabe gesetzt, mehr Menschen für das gemeinsame europäische Kulturerbe zu begeistern und das europäische Identitätsgefühl zu stärken.

Kulturerbe stiftet aber nicht nur Gemeinschaftsgefühl. Restaurierung und Denkmalpflege bieten weitreichende Möglichkeiten der Spezialisierung in der Bildung und der individuellen Entwicklung und sind ein wichtiges Betätigungsfeld für das Handwerk. Allein in Deutschland erwirtschaften Handwerksunternehmen jährlich 7,5 Milliarden Euro in diesem Feld, immerhin 1,3 % des gesamten handwerklichen Umsatzes. Es ist wahrscheinlich, dass die Anteile in anderen europäischen Ländern ähnlich gelagert sind.

Die wirtschaftlichen Entwicklungspotentiale werden jedoch nicht ausreichend ausgeschöpft. Mit der Folge, dass das Interesse am Kulturerbeerhalt in den vergangen Jahren deutlich abgesunken ist - bei den Auszubildenden und Studenten, wie bei den Unternehmen, Bauherren und Investoren. Angesichts der Herausforderungen und Chancen für Handwerker in diesem Bereich, möchten wir im Europäischen Kulturerbejahr 2018 einen Diskussionsprozess anstoßen, der die wirtschaftliche Bedeutung und Entwicklungsfähigkeit des Kulturerberhalts in den Mittelpunkt stellt. Am Beispiel des Handwerks wollen wir eine wirtschaftsnahe Sichtweise auf das Kulturerbe und seine Erhaltung fördern und diskutieren, wie man den Denkmalpflegemarkt zu einem Wachstumsmarkt entwickeln kann.

Zugleich soll die Öffentlichkeit auf den Doppelcharakter des Kulturerbes materielle Substanz und immaterielle Handwerkstechniken hingewiesen und die Bedeutung sowie die Bedürfnisse der Handwerksunternehmen bei der Erhaltung des europäischen Kulturerbes herausgestellt werden. Verschiedene Veranstaltungen während der Konferenztage dienen dazu, die Netzwerkbildung der handwerklichen Kulturerbeakteure in Europa und ihrer Partner zu fördern.

Den Abschluss der Kongresstage bildet das Festprogramm zur Aufnahme der Kulturform "Orgelbau und Orgelmusik" auf die Internationale Repräsentative Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO. Während der Kongresstage präsentieren sich Handwerkszweige im Bundesweiten Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes mit ihren Erhaltungs- und Berufsbildungsthemen in einer Ausstellung im Foyer.

Pressemitteilung zum Festakt zur Auszeichnung von „Orgelbau und Orgelmusik“ als Immaterielles Kulturerbe der Menschheit