Zentralverband des
Deutschen Handwerks
Zentralverband des
Deutschen Handwerks

Energiepolitische Leitlinien

Das Handwerk ist der Schlüssel für die Transformationsprozesse bei Klimaschutz und Energiewende und nimmt dabei eine Doppelrolle ein: Die Betriebe sind Umsetzer und Gestalter. Wo die Herausforderungen liegen, darüber informiert beiliegendes ZDH-kompakt.

Leitlinien zum Meistern der Energiewende

Rund 5,7 Millionen Handwerkerinnen und Handwerker arbeiten jeden Tag daran, die großen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Damit das Handwerk sein ganzes Potenzial entfalten kann, braucht es wettbewerbsfähige, mittelstandsgerechte Rahmenbedingungen und ein gesellschaftliches Umdenken. Zuvorderst ist ein energiepolitisches Gesamtkonzept zu erarbeiten. Leitlinien hierfür hat das Handwerk formuliert.

Was zu tun ist

  • Energieversorgung sichern

Energie ist der sprichwörtliche Treibstoff für die Wirtschaft. Um die Versorgung zu sichern, müssen das Angebot erweitert und die technische Infrastruktur zügig ausgebaut sowie angepasst werden. Es gilt, einen funktionierenden EU-Energiebinnenmarkt zu schaffen und eine sichere Import-Strategie für nicht-heimische Energieträger zu entwickeln. Insgesamt erfordert die Sicherung der Energieversorgung mehr Pragmatismus in der Politik und Tempo bei der angekündigten Kraftwerksstrategie.

  • Für wettbewerbsfähige Energiekosten sorgen

Damit die Betriebe wettbewerbsfähig bleiben, sind sie auf dauerhaft bezahlbare Energiepreise angewiesen. Einseitige Privilegierungen bei den Energiekosten verbieten sich, sie sind kontraproduktiv und wettbewerbsverzerrend. Vielmehr braucht es ein Strommarktdesign aus einem Guss – ein energiepolitisches Gesamtkonzept, das alle Dimensionen mitdenkt und die Dynamik des Marktes wirken lässt. Bis dieses steht, kann ein zeitlich befristeter, zielgenauer Standortsicherungstarif Strom sinnvoll sein. Zudem müssen die Stromsteuern gesenkt sowie Abgaben und Netzentgelte reduziert werden. Entscheidend ist dabei, dass Entlastungen bei den Energiekosten nicht nur selektiv einigen Unternehmen zugutekommen dürfen. Alle Unternehmen im Handwerk, Mittelstand und Industrie brauchen sichere, bezahlbare Energie und wettbewerbsfähige Strompreise – die energieintensiven umso mehr.

  • Betriebliche Energieeffizienz steigern – Energetische Gebäudesanierung vorantreiben

Für den Erfolg der Energiewende muss auch der Energieverbrauch in den Blick genommen werden. Energetische Sanierungen von Gebäudehülle sowie moderne Gebäudetechnik bieten ein enormes Energieeffizienzpotential, das schnell gehoben werden muss. Das Handwerk bietet in diesem Bereich passgenaue Lösungen für eine Wärmewende aus einem Guss, etwa durch passfähige Wärmedämmungen oder moderne Heizsysteme.

  • Verlässliche Förderung auf stabilem Niveau schaffen

Der überwiegende Anteil der notwendigen Investitionen für die Energiewende muss von der Wirtschaft und den Bürgern geschultert werden. Um diese zu entlasten und die richtigen Investitionsanreize zu schaffen, braucht es ein ganzheitliches und verlässliches Förderkonzept auf angemessenem Niveau sowie zusätzliche steuerliche Anreize. Förderpolitik muss technologieoffen und mit dem ordnungsrechtlichen Rahmen eng verzahnt sein.

  • Kompetenzen des Fachhandwerks besser nutzen

Handwerkerinnen und Handwerker sind für die Zukunft unseres Landes unverzichtbar. Wer die Energiewende will, muss das Handwerk stärken: Die Betriebe brauchen faire, mittelstandsgerechte Rahmenbedingungen, spürbaren Bürokratieabbau, eine gesicherte Fachkräftebasis, ein „Deutschland-Tempo“ bei Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie ein echtes Belastungsmoratorium

n Leitlinien zum Meistern der Energiewende: zdh.de/energiewende

  • Energiepolitische Leitlinien
    ZDH-kompakt, Januar 2024

Schlagworte