Global Gateway – Chancen, aber auch Hürden für Exporte
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Am 11. Februar 2026 trafen sich in Berlin Vertreter der deutschen Bundesregierung, der EU‑Kommission und der deutschen Wirtschaft, um die Umsetzung der EU‑Strategie Global Gateway zu vertiefen. Die EU hatte Global Gateway 2021 als zentrale Konnektivitäts‑ und Investitionsstrategie ins Leben gerufen. Die Initiative fokussiert auf die Bereiche Digitales, Energie, Verkehr, Gesundheit, Bildung und Forschung und wollte bis 2027 bis zu 300 Milliarden Euro an nachhaltigen Investitionen in Partnerländern mobilisieren. Dieses Ziel wurde bereits bis zum Oktober 2025 erreicht, als neues Ziel wurde die Mobilisierung von insgesamt 400 Milliarden Euro bis Ende 2027 ausgegeben.
Schließung von Infrastrukturlücken und Reduzierung von Abhängigkeiten
Global Gateway ist ein geopolitisches Instrument, um dauerhaft und nachhaltig in die Infrastruktur in Lateinamerika und der Karibik, im Nahen Osten, in Asien und im Pazifikraum sowie in Afrika, in Osteuropa und in der Westbalkanregion zu investieren. Als ein faires Angebot ohne versteckte Abhängigkeiten konzentriert sich die Initiative auf die spezifischen Bedarfe der Partnerländer. Die Bundesregierung unterstützt die EU-Kommission bei der Umsetzung finanziell, politisch und mit Knowhow.
Die großen Chancen: Wasserstoff, Datenkabel, Schienen
Für deutsche Unternehmen, vom Weltkonzern bis zum Hidden Champion, locken lukrative Aufträge in Schwellenländern. Die Bandbreite ist enorm: vom Bau von Wasserstoff-Anlagen in Chile über das Verlegen von Datenkabeln nach Brasilien bis zur Modernisierung von Häfen in Indonesien. Die EU setzt auf hohe Umwelt- und Sozialstandards – eine Nische, in der besonders deutsche Ingenieurskunst punkten kann.
Bürokratie als große Hürde für den Mittelstand
Doch die Euphorie ist gedämpft. Wirtschaftsverbände machen seit Monaten Druck: Die Verfahren sind zu komplex, die Risiken für kleine und mittlere Unternehmen zu hoch und die Finanzierungswege undurchsichtig. Firmen fordern konkrete Erleichterungen: einfachere Ausschreibungen, bessere Absicherung gegen politische Risiken und vor allem einen zentralen Ansprechpartner. Ein sogenannter “One-Stop-Shop” soll den Zugang zu den Märkten erleichtern.
Mehr als ein Konjunkturprogramm
Der Erfolg der Strategie wird sich am Ende nicht an versprochenen Milliarden, sondern an real vergebenen Aufträgen messen lassen. Global Gateway ist daher mehr als ein Konjunkturprogramm: Es ist ein Werkzeug, um Handelsbeziehungen zu diversifizieren und Lieferketten krisenfester zu machen.
Politisch versteht sich Global Gateway auch als europäische Antwort auf Chinas “Belt and Road Initiative”, also als alternatives, faires Infrastrukturangebot ohne Verschuldungsfallen.
Weitere Informationen
Unternehmen, die an der Teilnahme an Global Gateway interessiert sind, finden weitere Informationen auf der Webseite der Europäischen Kommission.
Quellen:
www.bundestag.de, Pressemeldung vom 19. Februar 2026;
www.ad-hoc-news.de, Pressemeldung vom 11. Februar 2026;
www.auswaertiges-amt.de, Stand März 2026