24.02.2020

Rumänien: EU-Fördermittel im Bausektor noch nicht ausgeschöpft

Foto:AdobeStock/MoiraM

Rumäniens Bausektor hat im vergangenen Jahr erstmals seit Jahren einen deutlichen Aufschwung erlebt. Die Dringlichkeits- und Nachtragsverordnung der Regierung hat einige Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft wesentlich verändert. Dazu gehören steuerliche Begünstigungen wie die Befreiung von der Einkommensteuer für Beschäftigte unabhängig von der Gehaltshöhe, die Senkung des Sozialversicherungsbeitrags um 3,75 Prozentpunkte sowie die Erhöhung des monatlichen Mindestlohns um fast     50 % auf 3.000 Leu brutto (ca. 673 EUR). Das hat bei den Bauunternehmen für Unruhe gesorgt. Mit den Maßnahmen will die rumänische Regierung unter anderem die Beschäftigung in der inländischen Bauwirtschaft stabilisieren. Sie rechnet mit einer weiteren Verschärfung des Arbeitskräftemangels, der derzeit zunehmend mit ausländischen, vor allem nichteuropäischen, Arbeitnehmern abgedeckt wird - zum Beispiel aus Vietnam.

Die Baubranche soll in den kommenden Jahren durch die Umsetzung großer Infrastrukturprojekte einen Wachstumsschub bekommen. Die zügige Realisierung von Investitionsvorhaben im Rahmen der endenden EU-Fördermittelperiode bis 2020 ist dringend notwendig. Für die Verkehrs-infrastruktur stehen Rumänien bis 2020 insgesamt rund 6,1 Mrd. EUR im Rahmen der Operationellen Programme Großinfrastruktur und Regional-entwicklung zur Verfügung. Auf Umweltprojekte entfallen knapp 2,9 Mrd.

Im Bürobau geht der Trend zu komplexen Immobilienprojekten mit Mehrzweck, bei denen neben Bürogebäuden auch Handelsflächen, Wohngebäude, Schulen, Kliniken und Sporthallen entstehen. Mit Fokus auf zunehmend nachhaltigen Bau kommt dabei moderne Technik zur Energieeinsparung zum Einsatz. Für deutsche Anbieter empfiehlt sich eine Spezialisierung auf qualitativ anspruchsvolle Produkte, Dienstleistungen und Zielgruppen. Die deutschen Unternehmen werden besonders für Fristeinhaltung und Qualität geschätzt. Für große Infrastrukturprojekte bilden sich internationale Joint Ventures.

Quelle: Ostwirtschaftsreport Nr. 2 vom 14. Januar 2020