28.05.2020

Meisterprüfungsverordnung für das Parkettleger-Handwerk modernisiert

Der Parkettlegermeister ölt den frisch geschliffenen Parkettboden, indem er das Öl erst grob mit der Spachtel aufträgt.
Foto: AdobeStock/Anselm

Die Meisterprüfungsverordnung imParkettleger-Handwerk ist überarbeitet worden und beinhaltet die novellierten Teile Teil I (Fachpraxis) und Teil II (Fachtheorie).

Die Prüfung der Fachpraxis umfasst die Prüfungsbereiche:

Meisterprüfungsprojekt und FachgesprächSituationsaufgabe

Als Meisterprüfungsprojekt ist ein Konzept zur Gestaltung eines Parkettbodens oder Holzpflasterbodens unter Berücksichtigung der Raumsituation, der Nutzungsanforderungen, bauphysikalischer Gesichtspunkte sowie der Kundenwünsche zu erstellen. Im Rahmen der Planungsarbeiten sind eine Analyse und Dokumentation der baulichen Gegebenheiten vorzunehmen, Entwurfszeichnungen anzufertigen, die Materialauswahl unter Berücksichtigung von Gesichtspunkten der Gestaltung zu begründen und der Auftrag zu kalkulieren. Auf dieser Grundlage sind Massivholz- Parkettstäbe oder Mehrschichtparkettelemente auf einer Fläche von mindestens 1,8 Quadratmetern zu verlegen. Dabei sind mindestens zwei unterschiedliche Holzarten oder Farben zu verwenden und sich berührende Einlegearbeiten sowie ein Fries zu verlegen und die Oberfläche zu behandeln. Die Arbeiten sind zu dokumentieren und es ist eine Nachkalkulation anzufertigen.

Das Fachgespräch bezieht sich auf das Meisterprüfungsprojekt.

Die Situationsaufgabe orientiert sich an einem Kundenauftrag und vervollständigt den Nachweis der beruflichen Handlungskompetenz für die Meisterprüfung im Parkettleger-Handwerk.

Sechs Arbeitstage Meisterprüfungsprojekt davon drei Arbeitstage für die Durchführungsarbeiten. und
höchstens 30 Minuten Fachgespräch
Acht Stunden


Der Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik hat mit der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk (ZWH) einen Rahmenlehrplan zur Meistervorbereitung in den Teilen I und II im Parkettleger-Handwerk erarbeitet. Er sichert eine bundesweit einheitliche und qualitativ hochwertige Umsetzung der Meisterprüfungsverordnung.

MeisterInnen im Parkettleger-Handwerk sind Angestellte, AusbilderInnen, Selbständige und/oder UnternehmerInnen. Sie sind auch als Sachverständige gefragt. Perspektivisch können sich MeisterInnen zum/zur geprüften BetriebswirtIn nach der Handwerksordnung, zur/zum RestauratorIn im Parkettlegern-Handwerk fortbilden oder ein Studium aufnehmen.

Insbesondere die Digitalisierung und der Gesundheitsschutz haben die Anforderungen an Parkettleger-Meister verändert. An der Neuordnung der Meisterprüfungsverordnung im Parkettleger-Handwerk haben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Gewerkschaft IG Metall, die Sachverständigen des Bundesverband Parkett und Fußbodentechnik sowie das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) mitgewirkt.

Die Verordnung wurde im Einvernehmen von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erlassen. Am 28. Mai 2020 wurde die Verordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie tritt am 1. Juli 2020 in Kraft.

Die neue Meisterprüfungsverordnung finden Sie im Bundesgesetzblatt.