20.12.2019

Meisterprüfungsverordnung für das Klavier- und Cembalobauer-Handwerk modernisiert

Nahaufnahme des Innenlebens eines Klavieres in einer Werkstatt.
Foto: AdobeStock/Krasser

Die Meisterprüfungsverordnung im Klavier- und Cembalobauer-Handwerk ist überarbeitet worden und beinhaltet die novellierten Teile Teil I (Fachpraxis) und Teil II (Fachtheorie).

Die Prüfung der Fachpraxis umfasst die Prüfungsbereiche:

Meisterprüfungsprojekt und FachgesprächSituationsaufgabe

Das Meisterprüfungsprojekt, das einem Kundenauftrag entspricht, besteht aus Planungs-, Durchführungs-, Kontroll- und Dokumentationsarbeiten.

Als Meisterprüfungsprojekt ist nach Wahl des Prüflings eine der folgenden Arbeiten durchzuführen:

  1. Generalüberholung eines gebrauchten Klaviers, Flügels oder Cembalos
  2. Neukonstruktion eines Klaviers, Flügels oder Cembalos.
Das Fachgespräch bezieht sich auf das Meisterprüfungsprojekt.

Die Situationsaufgabe orientiert sich an einem Kundenauftrag und vervollständigt den Nachweis der beruflichen Handlungskompetenz für die Meisterprüfung im Klavier- und Cembalobauer-Handwerk. Sie wird vom Meisterprüfungsausschuss festgelegt.

Der Prüfling hat ein Bauteil aus mehreren Einzelteilen auf der Basis einer Konstruktionszeichnung zu fertigen, Oberflächen zu behandeln und Verbindungen herzustellen.
Zehn Arbeitstage Meisterprüfungsprojekt und
höchstens 30 Minuten Fachgespräch

Acht Stunden

 

MeisterInnen im Klavier- und Cembalobauer-Handwerk sind Angestellte, AusbilderInnen, Selbständige und/oder UnternehmerInnen. Sie sind auch als Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen oder Sachverständige gefragt. Perspektivisch können sich MeisterInnen zum/zur geprüften BetriebswirtIn nach der Handwerksordnung fortbilden oder ein Studium im Musikinstrumentenbau aufnehmen.

Auf Anregung der Fachgruppe Klavierbau des Bundesinnungsverbandes im Musikinstrumenten-Handwerk wurde die Meisterprüfung im Klavier- und Cembalobauer-Handwerk modernisiert. An der Neuordnung der Meisterprüfungsverordnung im Klavier- und Cembalobauer -Handwerk haben der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), die Gewerkschaft IG Metall, die Fachgruppe Klavierbau des Bundesinnungsverbandes sowie das Forschungsinstitut für Berufsbildung im Handwerk an der Universität zu Köln (FBH) mitgewirkt.

Die Verordnung wurde im Einvernehmen von Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) und Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) erlassen. Am 20. Dezember 2019 wurde die Verordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht. Sie tritt am 1. April 2020 in Kraft.

Die neue Meisterprüfungsverordnung finden Sie im Bundesgesetzblatt.