Werkstatt digital
Wie kann die Handwerksorganisation die Betriebe fit machen?


Angebote für die Betriebe und Konsequenzen für die Organisation.

Selbst kleine und mittlere Handwerksbetriebe müssen wichtige strategische Weichen für das digitale Zeitalter stellen. Damit steigt der Unterstützungsbedarf für diese Unternehmen. Ihrer Rolle als Impulsgeber und Begleiter in Veränderungsprozessen entsprechend, hat die Handwerksorganisation bereits vielfältige Projekte und Initiativen auf den Weg gebracht – unter anderem die Digitalisierungsstrategie Handwerk und das KDH.

Diese bereiten – finanziell unterstützt vom BMWi in Kooperation mit Fachorganisationen und Handwerkskammern – ausgewählte Fragen für die Betriebe auf: Wie verändert die Digitalisierung Arbeitsweisen, Prozesse und Kooperationen? Worin liegen die Chancen für das Handwerk? Wie kann/muss Arbeit 4.0 im Handwerk aussehen? Darüber hinaus identifizieren sie zum Beispiel geeignete Instrumente für Management- und Innovationsprozesse oder wie Handwerksbetriebe zu neuen Geschäftsmodellen gelangen.

Es bedarf aber weiterer Schritte. Denn Handwerksunternehmen benötigen sowohl auf breiter Basis als auch eine vertiefte Unterstützung, um die vielfältigen Chancen der Digitalisierung für ihr Gewerk nutzen zu können sowie Risiken zu minimieren.


Für die Handwerksorganisationen stehen folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Wie lassen sich die Betriebe für das Thema sensibilisieren? Wie lässt sich die Trägheitsfalle bei der Digitalisierung überwinden?
  • Mit welchen konkreten Angeboten/Dienstleistungen können sie die Betriebe fit für die Digitalisierung machen? Welche transferbegleitenden Angebote müssen sie jeweils entwickeln?
  • Wie lassen sich die Betriebe für diesen Prozess grundsätzlich stärken – wie lässt sich zum Beispiel vernetztes Denken auf allen Ebenen eines Betriebes fördern?

Ansatzpunkte hierzu finden sich in allen Bereichen der Handwerksorganisation: von innovativen Formen der Aus- und Weiterbildung oder einer Modernisierung der Berufsbilder sowie neuen Formen und Themen der Beratung bis zu übergreifenden
oder fachspezifischen Angeboten für die Betriebe. Die folgenden Handlungsfelder sind auch beim KDH angesiedelt.

 

 

Handlungsfelder:

3. Sensibilisieren der Betriebe

Wie lassen sich die Mitgliedsbetriebe in der Breite für die Chancen der Digitalisierung sensibilisieren? Wie gelingt es, die noch häufig vorhandene Trägheitsfalle in den Betrieben zu überwinden? Diese resultiert zum Teil daher, dass das Thema für Handwerksunternehmer ausgesprochen komplex und wegen seiner vielfältigen Facetten schwer zu fassen ist.

Die Erfahrung zeigt: Praxisnahe Themen und Instrumente erweisen sich hier als zentraler Erfolgsfaktor. Betriebe lassen sich besser erreichen, wenn die Organisationen des Handwerks auf eine aktivierende Kommunikation der verfügbaren Angebote und ihres Know-hows setzen.

Aufgaben der Handwerksorganisation und Angebote für Betriebe sind unter anderem | in Stichworten:


Praxisnahe Instrumente und Themen

Instrumente: Zielgruppen möglichst niederschwellig und praxisnah ansprechen – zum Beispiel mit Roadshows, Business-Workshops, Wettbewerben und Pilotprojekten oder über Veranstaltungsformate wie World Café und Open Space.

Darüber hinaus bieten sich praxisnahe Instrumente zur Bedarfsanalyse an – wie zum Beispiel der ‚Digi-Check‘ des KDH.

Themen: Veranstaltungen oder Weiterbildungsangebote zum komplexen Thema Digitalisierung jeweils auf den konkreten Bedarf der Betriebe herunterbrechen.

Zum Beispiel durch konkrete Fragen aus dem Alltag der Betriebe wie: Zeiterfassung, Prozessoptimierung, oder Wie mache ich meinen Betrieb attraktiv für neue Mitarbeiter? Wie steigere ich meinen Ertrag mit digitalen Medien? Wie erreiche und binde ich neue Kunden? Der praktische Zugang demonstriert den Betrieben die Digitalisierung als selbstverständliches Hilfsmittel und steigert so die Akzeptanz.

Praxisbeipsiele | Sensibilisieren der Betriebe

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4. Betreuen & Beraten

Wie sieht die Beratung der Zukunft aus? Welche neuen Aufgaben wachsen der Beratung in Zeiten der Digitalisierung zu? Wie können Handwerkskammern und Fachverbände besser kooperieren und sich ergänzen? Wie muss das künftige Selbstverständnis der Berater aussehen, Stichwort Nutzwert-Verständnis? Wie lassen sich vermehrt Betriebe gewinnen?

Aufgaben der Handwerksorganisation und Angebote für Betriebe sind unter anderem | in Stichworten:


Zuspiel in der Organisation und Spezialisierung

  • Technische Berater und Infostellen der Handwerkskammern enger zusammenbringen.
  • Experten vermitteln – zum Beispiel in Fachverbänden und Hochschulen.
  • Bessere Kenntnis und vermehrte Nachfrage des technischen Wissens von Beratern anderer Organisationen – also anderer Handwerkskammern, Fachverbände oder Institute.
  • Spezialisierung: Schaffen eines Pools von Beratern, die sich auf zentrale Themen konzentrieren und als Referenten bei dezentralen Veranstaltungen auftreten.
  • Qualifizierung: Berater und Mitarbeiter der Handwerksorganisation für das Thema Digitalisierung generell qualifizieren, Stichwort: Mitarbeiter 4.0.

Praxisbeispiele | Neue Formate

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Auf verstärktes Sensibilisieren und Begleiten der Betriebe vorbereiten

  • Kunden- und Dienstleistungsorientierung: ‚Umparken im Kopf‘ unterstützen und auf den Weg bringen. Unternehmen befähigen, konsequenter vom Kunden her zu denken – also weniger vom Produkt oder ihrem Unternehmen her.
  • Beratungspraxis: Berater, die in die Betriebe gehen und verstärkt in Prozessen denken – also in Abläufen und Konstruktionsentwicklungen – sowie diese Prozesse analysieren und anschieben, insbesondere in Richtung digitaler Optimierung und entsprechenden Investitionen.
  • Geschäftsmodelle: Wie lassen sich Handwerksbetriebe zu eigenen digitalen Geschäftsmodellen anreizen?
  • Praxisnahe Methoden aufzeigen.

Praxisbeispiele | Sensibilisieren und Begleiten der Betriebe

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Aktiv auf Betriebe zugehen und ganzheitlich denken

  • Ansprache: Aktiveres und zielgruppenspezifisches Zugehen der Berater auf die Betriebe.
  • Ansatz: Ganzheitliche Beratung stärken – zum Beispiel Themen wie Personal – einschließlich Personalentwicklung, Digitalisierung, Recht, Finanzierungsfragen/Risikokapital etc. zusammenhängend denken.

 

Praxisbeispiele | Ganzheitlich denken

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5. Qualifizieren & Bilden

Wie verändert die Digitalisierung diesen Kernbereich der Handwerksorganisation? Wie verändern sich Berufsbilder und wie sind diese attraktiver zu gestalten, um Nachwuchs für das Handwerk zu sichern? Wie lassen sich zum Beispiel Themen wie Arbeitsorganisation, Kommunikation und Kooperation weiterentwickeln und so die entsprechenden Fähigkeiten in den Unternehmen stärken? Mit welchen Formen und Methoden können Mitarbeiter künftig geschult werden?

Praxisnahe Antworten auf diese und weitere Fragen ermöglichen insbesondere Schnittstellen und Kooperationen zur ZWH und zum KDH.

Aufgaben der Handwerksorganisation und Angebote für Betriebe sind unter anderem | in Stichworten:


Ausbildung

ÜLU – Inhalte und Instrumente:

  • Bedarf ermitteln: Anpassung der ÜLU an die digitalisierte Welt.
  • Digitales Berichtsheft. – auch über die ÜLU hinaus.
  • Passende Unterstützungsangebote der Organisationen.

Aus- und Weiterbildung der Ausbilder:

  • Konzept zur laufenden Qualifizierung der Ausbilder im Bereich Digitalisierung (Instrumente und Inhalte).

Berufsbilder:

  • Berufsbilder in Richtung Digitalisierung modernisieren und/oder anpassen. Siehe auch ‚Übergreifende & fachspezifische Angebote‘ ggf. auf Seite verlinken
  • Handwerk als Vorreiter bei neuen Berufsbildern im Zuge der Digitalisierung.
  • Neue Querschnittsberufe wegen aufweichender Gewerkegrenzen schaffen.

Praxisbeispiele | Digitalisierung und Berufsbildung

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Seminare für Auszubildende:

  • Umgang mit digitaler Technik verstärken.
  • Kurse E-Learning – im Dialog mit Berufsschule und mit Betrieben.


Weiterbildung der Unternehmer und Mitarbeiter

  • Prüfen, ob sich digitalisierungsspezifische Fortbildungen für die jeweiligen Gewerke erarbeiten lassen – einschließlich der Frage der Verbindlichkeit.
  • Prozess- und vernetztes Denken in Ausbildungs- und Meisterprüfungsordnungen einbeziehen.
  • Vernetztes Denken in den Betrieben fördern.
  • Technische Schulungen der Betriebe verstärken und zwischen Handwerkskammern und Fachverbänden abstimmen.

Das KDH hat entsprechende Informations- und Fachveranstaltungen entwickelt – unter anderem zu Themen wie 3D-Druck, Einsatz von Drohnen, Optimierung und Digitalisierung von Betriebsabläufen, Online Marketing, Einsatz von Smartphones im Geschäftsalltag, Online Recht, lT-Sicherheit (E-Mail, Cloud, Betriebsdaten etc.), Online-Shops und bargeldloser Zahlungsverkehr, eRechnung, virtuelle Inbetriebnahme, Digitalisierung in der Produktion und Fertigung sowie IT-Sicherheit für Betriebe.

Darüber hinaus bietet das KDH Schulungen und Webinare unter anderem zu Prozessdigitalisierung, V0IP, Digitalisierung in der Wissensgesellschaft, betriebliche Prozesse optimieren, sicherer Fernzugriff auf Unternehmensdaten, Digitales Vermessen am Fahrzeug.

  • Neben den eigenen Veranstaltungen bietet das KDH auch Informations- und Sensibilisierungsveranstaltungen in Kooperation mit anderen Kammern und Verbänden an. Zudem arbeitet es Veranstaltungskonzepte so auf, dass die Handwerksorganisationen diese künftig auch eigenständig durchführen können.
  • Seminare Internetauftritt sowie Umgang mit Bewertungsportalen, Online-Marketing, Impressumspflicht Webauftritt etc.
  • Seminare Wettbewerbsrecht und Datenschutz.
  • Digitales Kundenmanagement/Kundenpflege.
  • Seminare, die Soft-Skills und die Dienstleistungskompetenz stärken.

Praxisbeispiele | Qualifizieren & Bilden

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Weiterbildungsbereitschaft durch neue Kommunikationswege stärken

  • Wie lässt sich die zurückhaltende Weiterbildungsbereitschaft der Betriebe durch Digitalisierung des Angebots erhöhen – zum Beispiel durch E-Learning und Blended E-Learning, modulare Lerninhalte, Learning Analytics, Mobile Devices etc.?
  • Wie können junge Menschen für Weiterbildung begeistert werden?

Praxisbeispiele | Digitale Angebote

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6. übergreifende und fachspezifische Angebote für Handwerksbetriebe


Auf welche übergreifenden oder fachspezifischen Angebote müssen sich die Organisationen des Handwerks in Zeiten der Digitalisierung einstellen? Zu welchen zentralen Herausforderungen bedarf es rascher Lösungen und Angebote, die dem Handwerk auch in Zukunft attraktive Chancen auf digitalisierten Märkten erhalten? Auf welche Fragen müssen sie Antworten für die Betriebe finden?

Aufgaben der Handwerksorganisation und Angebote für Betriebe sind unter anderem | in Stichworten:


Fachkräftesituation verbessern – Attraktivität von Berufsbildern steigern

  • Generell: Digitalisierung als Chance nutzen, die Betriebe in der aktuellen Fachkräfte-Situation entlastet.
  • Berufsbilder: attraktiver gestalten – insbesondere durch Entlastung von schweren, eher unattraktiven Arbeiten. Das KDH mit seinen fünf digitalen Schaufenstern entwickelt hierzu entsprechende Ansätze. Die Fachverbände und Handwerkskammern fungieren dabei als Transferpartner in die Praxis.
  • Kommunikation nach außen: Alle Organisationen sollten das Handwerk spannend darstellen – gerade auch beim Thema Fachkräfte – und die Leistungen des Handwerks selbstbewusst herausstellen.

Praxisbeispiele | Attraktivität von Berufsbildern steigern

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Digitale Technologien zur Kundengewinnung

  • Bewertungsportale: Handwerksbetriebe auf die moderne Form der ‚Mund-zu-Mund-Propaganda‘ vorbereiten.
  • Social Media: Kundengewinnung durch Netzwerkgruppenbegleitung oder Aktionen. Nutzung in Betrieben forcieren und Aufwand für diese reduzieren.
  • CRM-Systeme (= Customer-Relationship-Management = Kundenbeziehungsmanagement): Angebote entwickeln, Spezifika für Handwerksbetriebe klären und Betriebe bei Einführung und Einsatz unterstützen – insbesondere Kleinstbetriebe.
  • Plattformen und Vertriebsmodelle für Kleinsthandwerker schaffen, Kooperationsmöglichkeiten prüfen.

Praxisbeispiele | Digitale Technologien zur Mitgliedergewinnung

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Transfer in die Betriebe

  • Pilotprojekte: Mit ihrer Hilfe lassen sich praxistaugliche standardisierte Prozesse, Produkte und Angebote herausfiltern und in Betrieben einführen. Jeder Handwerker muss dann seine passenden Anwendungen finden – wie den Einsatz von ‚Virtual-Reality-Brillen‘ bei der Badplanung.

 Handwerk in Wertschöpfungskette halten

  • Digitale Planungs- und Produktionstechniken: Betriebsübergreifende (Schnittstellen-)Lösungen – insbesondere für Betriebe, die in gewerblich-industrielle Wertschöpfungsketten eingebunden sind.
  • Datenschutz: Informationen und Beratungsangebote sicherstellen, IT-Sicherheitsbotschafter qualifizieren.
  • Datenhoheit: Sichern und offenen Zugang zu Datenströmen gewährleisten, aus denen sich neue Geschäftsmodelle ergeben können.

Praxisbeispiele | Handwerk in Wertschöpfungskette halten

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Online-Portale

  • Handwerksbetriebsbörsen, -vermittlung und -beurteilungen.
  • Online-Auftragsvergabe.
  • Handwerks- oder gewerkespezifische Wissensportale.

Praxisbeispiel | Online-Portale

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Einkaufsgesellschaften

  • Online-Angebote geeigneter Einkaufskonditionen, zum Beispiel für Fahrzeuge und Maschinen.
  • Handyverträge, Energie-Einkauf etc.

 

 

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