Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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Energiekosten: Preisexplosionen gefährden Handwerksbetriebe

Die aktuell auch aus Gründen des Kriegs in der Ukraine rasant steigenden Preise für Strom, Gas, Heiz- und Treibstoffe entwickeln sich zunehmend zu einer ernsten Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks und der deutschen Wirtschaft insgesamt.
Windkraftanlagen

Die Erhöhung der Energieeffizienz in den Betrieben und die Gewährung von (indirekten und direkten) Entlastungen bei den Energiekosten werden durch diese Krisensituation immer wichtiger. Sie stehen nicht mehr unter dem alleinigen Fokus der Klimawende, vielmehr können sie zu ausschlaggebenden Faktoren für die Sicherung unternehmerischer Existenz werden. Neben der ökologischen Dimension der Energiepolitik, rücken damit nunmehr wieder die Versorgungssicherheit und die Bezahlbarkeit in den Mittelpunkt der Debatte.

Innerbetrieblicher Energieverbrauch

Der innerbetriebliche Energieverbrauch ist aufgrund der steigenden Energiekosten nicht mehr nur für energieintensive Gewerke von Bedeutung. Die vom Handwerk angebotenen Instrumente wie z. B. die "Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz" oder die "Initiative Energieeffizienznetzwerke" unterstützen die Betriebe u.a. bei der systematischen Untersuchung der im jeweiligen Betrieb eingesetzten Energieströme und der Ermittlung sowie Hebung von Energieeffizienzpotentialen. Von zentraler Bedeutung ist dabei das kostenlose "E-Tool", mit dem betriebsspezifische Energiedaten erfasst werden können. Nutzer analysieren einzelne Energieträger oder nehmen Maschinenanlagen und Fuhrparks unter die Lupe. Das Online-Tool bietet eine übersichtliche Darstellung sowie Kennzahlen zur Einordung. Den Zugang erhalten die Betriebe unter: www.energie-tool.  Hintergrundinformationen zur Unterstützung der Betriebe über das Transferpartnernetzwerk aus über 50 Handwerkskammern und Fachverbänden finden sich auch unter www.energieeffizienz-handwerk.de.

Gebäudeenergieeffizienz

Auch durch die Sanierung von Gebäuden können Betriebe Effizienzpotentiale heben und Energiekosten reduzieren. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) setzt zusammen mit der Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft (BEW) hierzu finanzielle Anreize, um Investitionen in klimaschonende Heizungsanlagen, die Gebäudehülle oder den Einsatz optimierter Anlagentechnik anzustoßen. Zusätzlich zu den Bundes- und Landesförderprogrammen wurde als weitere "Säule der Förderung" Anfang 2020 die steuerliche Förderung energetischer Gebäudesanierungen eingeführt.

Wer die Möglichkeiten des energieeffizienten Bauens kennt, wird bestmöglich in sein Gebäude investieren und Energie sparen Neben den Gebäudeenergieberatern des Handwerks., die vor allem Hauseigentümer beraten, können Betriebe sich an die Handwerkskammern oder die Fachverbände wenden. Die dortigen Berater sind die idealen Ansprechpartner, wenn es um eine Erstberatung und gegebenenfalls die Vermittlung zu einem Experten für das spezifische Betriebsgebäude geht. Eine Übersicht zu den Bundesförderprogrammen findet sich auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums, sowie in der Förderdatenbank des Bundes.

BMF veröffentlicht FAQ „Anstehende Senkung der Energiesteuer für Kraftstoffe im Straßenverkehr“

Um Verbraucherinnen und Verbraucher angesichts stark gestiegener Energiekosten zu entlasten, hat der Koalitionsausschuss am 23. März 2022 beschlossen, die Energiesteuer für Kraftstoffe befristet für drei Monate zu senken. Das Bundesministerium der Finanzen hat mit Datum vom 4. April 2022 einen FAQ-Katalog "Anstehende Senkung der Energiesteuer für Kraftstoffe im Straßenverkehr" veröffentlicht. In diesem finden sich Antworten auf die aktuell wichtigsten Fragen im Zusammenhang mit der Änderung der Energiesteuersätze. Zu beachten ist, dass das Gesetzgebungsverfahren noch läuft und daher der Zeitpunkt des Inkrafttretens der geplanten Änderungen noch nicht bekannt ist.

Positionen des ZDH

Kostenreduktionshilfen des Bundes müssen möglichst zeitnah und im Hinblick auf besonders betroffene Gruppen zielgerecht ausgestaltet werden. Deswegen sprechen wir uns für eine Reduktion der Steuersätze für Strom und Energie auf den jeweiligen EU-rechtlich vorgegebenen Mindestsatz aus. Ein weiterer Ansatzpunkt könnte eine zeitlich befristete Aussetzung der CO2-Bepreisung sein.