Zentralverband des
Deutschen Handwerks
01.07.2021

Kenia: Chancen für Bau- und Energieprojekte

Bis 2022 will Kenias Regierung rund 7 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der Infrastruktur investieren.

Die kenianische Regierung will bis 2022 rund 7 Milliarden US-Dollar in den Ausbau der Infrastruktur investieren, unter anderem in die Bereiche Transport, Energie und Wasser. Aufgrund der stark wachsenden Bevölkerung steigt der Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur und Gebäuden kontinuierlich.

Der gegenwärtige Bau von mehreren Autobahnstrecken im Großraum Nairobi soll die notorisch verstopfte Hauptstadt entlasten. Ein bemerkenswertes Projekt unter chinesischer Leitung ist der Bau des 27 km langen „Nairobi Expressway“, einer auf Stelzen verlaufenden privaten Mautautobahn quer durch die Stadt. Auch deutsche Unternehmen partizipieren an Bauprojekten, vor allem bei staatlichen Aufträgen. Regelmäßig übernehmen Ingenieurdienstleister aus Deutschland das Anfertigen von Studien und die Bauaufsicht. Außerdem gibt es Zuliefermöglichkeiten für Baumaschinen, Werkzeuge, Baustoffe und Chemikalien, Armaturen, Beschläge, Fassaden, Fenster, Inneneinrichtungen und Elektronik. Als Generalauftragnehmer spielen deutsche Bauunternehmen in Kenia jedoch keine Rolle. An Bauprojekten partizipieren deutsche Unternehmen, die in Kenia oder den Nachbarstaaten entweder mit einem eigenen Büro oder über Handelsvertreter präsent sind, vor allem durch den Vertrieb von Baumaschinen.

Die wachsende Bevölkerung lässt auch den Strombedarf weiter ansteigen. Vorerst stehen der Ausbau der Übertragungs- und Verteilungsnetze sowie die Instandhaltung bestehender Anlagen im Mittelpunkt der staatlichen Aktivitäten. 2019 löste Geothermie die Wasserkraft als Energielieferant Nummer eins ab. Auch Windenergie trägt dank des 2018 eröffneten Turkana-Windparks signifikant zum Energiemix bei. Der Anteil erneuerbarer Energien liegt in Kenia bei derzeit 95 %. Fossile Energieträger werden nur noch zur Netzstabilisierung eingesetzt. In den vergangenen Jahren hat der Staat zwar zunehmend privates Engagement im Energiesektor zugelassen, dennoch trägt der Markt weiterhin monopolhafte Züge. Zwei Drittel der Stromerzeugungskapazität werden von der staatlichen Kenya Electricity Generating Company (KenGen) bereitgestellt. Das Unternehmen achtet beim Einkauf von Schlüsselkomponenten auf Qualität, was deutschen Zulieferern weitere Lieferchancen bietet.

Kontakt:
Delegation der deutschen Wirtschaft für Ostafrika (AHK)

Quelle: Nachrichten für Außenhandel Nr. 55 und 79 vom 22. März und 27. April 2021

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