Zentralverband des
Deutschen Handwerks
08.01.2021

China: Strategie der "Zwei Kreisläufe" mit Folge für Deutschland

Die Strategie der „Zwei Kreisläufe“ betrachtet die Wirtschaft als einen inneren und einen äußeren Kreislauf.

m Mai 2020 hat Chinas Regierung die Strategie der „Zwei Kreisläufe“ formuliert, die ihren Niederschlag im 14. Fünfjahresplan (2021 bis 2025) gefunden hat. Das Konzept betrachtet die Wirtschaft als einen inneren und einen äußeren Kreislauf. Gestärkt werden soll vor allem der innere. Durch die Entwicklung eigener Technologien, weniger Exporte und mehr Binnenkonsum soll besonders die Abhängigkeit von US-amerikanischer Halbleitertechnologie verringert werden. Zudem strebt China mehr Unabhängigkeit von Lebensmittel-, Öl- und Gasimporten an.

Dies hat auch Auswirkungen für diejenigen deutschen Unternehmen, für die China ein wichtiger Absatzmarkt ist. Während der Coronakrise haben sich die chinesischen Importe aus Deutschland zwar noch erhöht und lagen im dritten Quartal 2020 rd. 4 % über dem Vorjahresquartal. Ob dieser Trend anhalten wird, ist jedoch zweifelhaft, so dass deutschen Unternehmen – insbesondere aus der Automobilindustrie – geraten wird, ihre Geschäftschancen in China weiterhin zu nutzen, sich aber auch zusätzliche Standbeine in anderen Märkten außerhalb des Landes aufzubauen.

Die Strategie des doppelten Wirtschaftskreislaufs erwartet von den drei lokalen Sektoren Landwirtschaft, Industrie und Dienstleistungen, ihren Teil zur nationalen Entwicklung beizutragen. Auch private chinesische Unternehmen sollen sich zunehmend in diesem Sinne politisch und sozial engagieren. Das Konzept bietet genügend Raum, um an aktuelle und zukünftige Entwicklungen angepasst zu werden.

Quellen: www.capital.de, Pressemitteilung vom 30. Oktober 2020;
                 Nachrichten für Außenhandel Nr. 222 vom 16. November 2020

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