Zentralverband des
Deutschen Handwerks
08.09.2021

Überlastete Transportnetze mit anhaltenden Folgen für Unternehmen

Die Engpässe bei den globalen Lieferketten sind nur ein Symptom für die ins Stocken geratene Globalisierung.
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Die internationale Arbeitsteilung ist in einem grundlegenden Wandel begriffen. Die Engpässe bei den Lieferketten sind dabei nur ein Symptom. Die Kosten tragen die Verbraucher über höhere Preise.

Während der Corona-Krise gaben die Verbraucher für Dienstleistungen wie Restaurant- und Theaterbesuche oder Reisen kein Geld aus, sondern kauften stattdessen Waren. Viele Unternehmen hatten jedoch erwartet, dass die Nachfrage sinken würde. In der Folge wurden Aufträge und Produktion zurückgefahren und die Lagerbestände aufgebraucht. Gleichzeitig schränkte die Pandemie die Schifffahrt zusätzlich ein, da Maßnahmen wie etwa Quarantänebeschränkungen den Warenverkehr verlangsamten. Das Ergebnis war ein Chaos, das wohl auch in absehbarer Zeit nicht vollständig aufgelöst werden kann.

Die Suezkanal-Krise im Frühjahr war der vielleicht sichtbarste Engpass der stark ins Stocken geratenen Globalisierung. Ob bei Impfstoffen, petrochemischen Vorprodukten, Computerchips oder anderen Hightech-Erzeugnissen – die Auswirkungen sind noch immer überall zu spüren. Seit Monaten stehen die globalen Liefer- und Wertschöpfungsketten unter Druck. Insbesondere die Unternehmen in Europa hat die Blockade hart getroffen.

Die Kosten für den Warentransport haben in vielen Fällen um ein Vielfaches zugelegt. So stieg der Durchschnittspreis für den Versand eines 40-Fuß-Containers nach Übersee zuletzt weltweit auf 333 % gegenüber dem Vorjahr. Transportkosten von Gütern per LKW wuchsen im Juni in den USA um 15 % gegenüber 2020. Um 58 % verteuerten sich zeitgleich die Leistungen von Spediteuren, Zollmaklern und anderen Unternehmen, die Fracht und Ladung für den Transport vorbereiten. Ein größeres Problem als die steigenden Transportpreise bedeuten für viele Firmen jedoch Verzögerungen bei der Verschiffung und lange Vorlaufzeiten. Im Mai kamen nur etwa 39 % der Containerschiffe weltweit pünktlich in den Häfen an – verglichen mit etwa 75 % im gleichen Vorjahresmonat und etwa 80 % im Mai 2019. Da die Verbrauchernachfrage stark bleibt und die Firmen ihre stark dezimierten Lagerbestände auffüllen müssen, werden die überlasteten Transportwege auch in den kommenden Monaten über das normale Maß beansprucht und die Sorgen zunehmen.

Der damit einhergehende steigende Veränderungsdruck kommt letztlich nicht nur dadurch, dass die Pandemie und die Suez-Blockade gezeigt haben, wie abhängig und verletzlich die Weltwirtschaft ist.

Quellen: www.handelsblatt.com, Pressemitteilung vom 29. März 2021;
                  Nachrichten für Außenhandel Nr. 134 vom 16. Juli 2021

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