Zentralverband des
Deutschen Handwerks
08.09.2021

Neue bürokratische Hürden für Handwerksbetriebe möglich

Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz könnte für Handwerksbetriebe zu zusätzlichen bürokratischen Belastungen führen.

Das am 11. Juni beschlossene Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) soll der Verbesserung der internationalen Menschenrechtslage dienen, indem es Anforderungen an ein verantwortungsvolles Management von Lieferketten festlegt. Die Sorgfaltspflichten sind dabei nach der Einflussmöglichkeit der Unternehmen bzw. Zweigniederlassungen abgestuft. Das Gesetz gilt ab 1. Januar 2023 für in Deutschland ansässige Unternehmen und ausländische Unternehmen mit einer Zweigniederlassung in Deutschland mit mind. 3.000 Beschäftigten. Ab 1. Januar 2024 sind dann Unternehmen mit mindestens 1.000 Beschäftigten in Deutschland erfasst.

Die gesetzlichen Regelungen für Nachweise und die Weitergabe von Informationen in der Lieferkette werden in der Regel mit Blick auf industrielle Wertschöpfungsketten und Anwender geschaffen. Für Handwerksbetriebe, deren Lieferketten oft lokal und regional verortet sind, könnte das zu zusätzlichen bürokratischen Belastungen führen.

Aus Sicht des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH) sollten folgende Aspekte berücksichtigt werden:

  • Die meisten Handwerksbetriebe haben keinen direkten Kontakt zu internationalen Zulieferern. Nachweispflichten sollten sich deshalb auf den Warenimport in die EU beschränken und nicht auf deren Weiterverarbeitung.
  • Neben einer Begrenzung des Anwendungsbereichs durch einen hohen KMU-Schwellenwert bedarf es einer Begrenzung der Berichtspflichten auf die erste Zulieferstufe („tier-1“).
  • Aufwendige Nachweispflichten laufen einem ressourcenschonenden Ansatz vieler Handwerksbetriebe im Sinne der Kreislaufwirtschaft zuwider.
  • Handwerksbetriebe mit einem bestehenden branchenspezifischen Gütesiegel sollten von den geplanten Kontroll- und Nachweispflichten ausgenommen werden („white list“).

Quelle: ZDH-Kompakt zum Thema "Lieferkettengesetz: KMU nicht überfordern" vom 22. März 2021

Schlagworte