Zentralverband des
Deutschen Handwerks
08.09.2021

HRI-Studie zur Kostenbelastung durch Sorgfaltspflichtengesetz

Bis zu 0,6 Prozent ihres Umsatzes kostet es Unternehmen, wenn sie ihre Lieferketten frei von Menschenrechtsverletzungen halten.

Bis zu 0,6 Prozent ihres Umsatzes kostet es Unternehmen, wenn sie ihre Lieferketten frei von Menschenrechtsverletzungen halten. Das zeigt eine Studie des Handelsblatt Research Institute (HRI) im Auftrag des Entwicklungsministeriums (BMZ). Das neue Sorgfaltspflichtengesetz verpflichtet Unternehmen zur Einhaltung der Menschenrechte entlang ihrer Lieferketten. Die Studie soll gleichzeitig zu einer Versachlichung der teils ideologisch geführten Pro- und Contra-Debatte um das Gesetz zwischen Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften sowie Menschenrechts- und Hilfsorganisationen beitragen.

Für eine ökonomische Bewertung der Einhaltung der Sorgfaltspflichten entlang der Lieferketten hat die Studie 331 zufällig ausgewählte Unternehmensentscheider befragt. In einer zweiten Umfrage wurden dann gezielt 87 Unternehmen angesprochen, die eine gesetzliche Regelung befürworten. Von den zufällig ausgewählten Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern, die bereits Erfahrungen mit einem Lieferkettenmanagement nach Vorgaben der Vereinten Nationen haben, benötigten über 70 Prozent keine Vollzeitstelle für den Mehraufwand. Im Mittel liegen die erwarteten jährlichen Kosten zwischen 3000 und 5000 Euro bei den zufällig ausgewählten Unternehmen und 5400 und 6000 Euro bei den Gesetzesbefürwortern. Damit ergibt sich eine Kostenbelastung von maximal 0,6 Prozent.

Aus Sicht der Studienautoren bedeutet das Lieferkettengesetz keinen entscheidenden Wettbewerbsnachteil. Zu den betriebswirtschaftlichen Vorteilen gehöre, dass Bewerber oder Investoren zunehmend Wert auf eine nachhaltige Unternehmensführung legen. Letztendlich würden einheitliche Spielregeln geschaffen: Unternehmen, die ihre Zulieferer nur aus Kostengesichtspunkten auswählen, hätten keine Vorteile mehr gegenüber Konkurrenten, die bereits hohe Menschenrechtsstandards einhalten.

Über 80 Prozent der befürwortenden Unternehmen des Lieferkettengesetzes erhoffen sich eine steigende Nachfrage oder einen größeren Preisspielraum durch eine höhere Reputation beim Konsumenten. Eine große Mehrheit der Befragten erwartet zudem eine geringere Störanfälligkeit ihrer Lieferketten.

Quelle: www.handelsblatt.com, Pressemitteilung vom 17. Mai 2021

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