Zentralverband des
Deutschen Handwerks
22.02.2019

Holzspielzeugmacher will Ausbildung interessanter machen

Um den anstehenden Personalschwund aufzuhalten und die Ausbildung zu fördern, hat ein Holzspielzeugmacher eine eigene Stiftung ins Leben gerufen.

Unter mangelndem Nachwuchs leidet auch die Richard Glässer GmbH aus Seiffen im Erzgebirge (www.glaesser-seiffen.de). Das Unternehmen bildet im Beruf des Holzspielzeugmachers aus und bangt um die Zukunft des Kunsthandwerks. 2017 wurde das 85-jährige Bestehen des Unternehmens gefeiert, das wirtschaftlich eine Ausnahmerolle im regionalen Handwerk spielt. Allein die hohe Anzahl der Mitarbeiter - momentan 80 an den Standorten in Seiffen und Hirschberg - ist ungewöhnlich im Spielzeugwinkel, in dem Holzkunst normalerweise in kleinen Familienbetrieben zu Hause ist. Für die GmbH ergeben sich dadurch viele Vorteile, wie etwa eine intensive Arbeitsteilung und Spezialisierung der Mitarbeiter. Der Betrieb erzielt einen Umsatz im einstelligen Millionenbereich und hat rund 800 verschiedene Artikel im Sortiment, darunter Räuchermänner, Spieldosen, Nussknacker und Schwibbögen. Wurde vor 20 Jahren jede fünfte Figur ins Ausland verkauft, ist es heute jede zweite.

Um den anstehenden Personalschwund aufzuhalten und die Ausbildung zu fördern, hat die Gläser GmbH eine eigene Stiftung ins Leben gerufen. Die Idee geht auf die ehemalige Prokuristin Regina Reichelt zurück, deren Namen die Stiftung trägt. In ihrem Testament hat sie ihren Geschäftsanteil der Ausbildung verschrieben. Mit dem Stiftungskapital werden Ausbildungswettbewerbe organisiert und Preise für Lehrlingsleistungen ausgelobt. Auch Einzelunterstützungen aus Stiftungsmitteln für Lehrlinge sind angedacht. Während früher die Lehrlinge aus dem Umland gekommen sind, schreibt die Gläser GmbH inzwischen deutschlandweit aus. Mit den Mitteln der Stiftung kann die Lehre attraktiver gemacht werden.

Quellen: www.freie-presse.de, Pressemitteilungen vom 19. Dezember 2018 und 2. März 2017

Schlagworte