Zentralverband des
Deutschen Handwerks
30.06.2021

Brexit-Folgen negativer als befürchtet

Ein großer Teil der Unternehmen mit Sitz in Deutschland und dem Vereinigten Königreich spürt die Folgen des Brexit noch stärker als zu Jahresbeginn.

Eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG und der British Chamber of Commerce in Germany (BCCG) unter 93 Mitgliedsfirmen der BCCG zeigt, dass die meisten Unternehmen aktuell noch negativere Brexit-Folgen verspüren als zu Jahresbeginn. 80 % der befragten Unternehmen haben ihren Sitz in Deutschland, die übrigen im Vereinigten Königreich (VK).

Als Konsequenz hat sich eine von sechs der befragten Firmen entschieden, den Außenhandel mit dem VK ganz einzustellen. Zudem suchen sich Unternehmen neue Lieferanten abseits des deutsch-britischen Korridors: 22 % planen zu Zulieferern aus anderen Ländern zu wechseln, weitere 13 % ersetzen den Import aus dem VK durch lokale Lieferanten.

Nur noch 30 % wollen sich im deutsch-britischen Geschäft neue Absatzmärkte und Produktchancen suchen. Hier verzeichnet die Hälfte der Unternehmen seit Jahresbeginn einen Umsatzrückgang; jedes vierte vermeldet sogar starke Umsatzeinbußen. Auch die Ertragsauswirkungen des Brexits sind deutlich: 44 % der befragten Unternehmen erwirtschafteten seit dem 1. Januar 2021 Verluste bei ihren Geschäftsaktivitäten mit Großbritannien; 16 % klagen sogar über ein starkes Ertragsminus.

Als besondere Herausforderung wird aktuell der Warenverkehr betrachtet: Drei Viertel aller befragten Unternehmen berichten von Schwierigkeiten beim Warenverkehr von Großbritannien nach Deutschland und umgekehrt. Schwierigkeiten bereiten aber auch die Dienstleistungen, die durch die pandemische Lage zusätzlich gehemmt werden. Themen wie Mitarbeiterentsendungen und Finanzdienstleistungen stellen jeweils 60 % der Befragten vor größere Herausforderungen.

Quellen: Märkte der Welt Nr. 17 vom 29. April 2021;
                  www.kpmg.de

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