Zentralverband des
Deutschen Handwerks
Zentralverband des
Deutschen Handwerks
23.06.2022

Trilogeinigung zur CSRD: Handwerksbetriebe weitgehend ausgenommen

Europaparlament und Rat haben am Abend des 21. Juni eine Trilogeinigung zur Berichterstattungsrichtlinie (CSRD) erzielt.

Die CSRD erweitert die Richtlinie zur Offenlegung nicht-finanzieller Informationen (NFRD) um umfangreiche nachhaltige Berichtspflichten und erhöht damit die Berichtspflichten für viele größere Unternehmen.

Für das Handwerk sind besonders folgende Aspekte relevant.

  • Nicht-börsengelistete KMU fallen nicht in den Anwendungsbereich und werden somit nicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattung im Sinne der CSRD (und der Taxonomie) verpflichtet. Unternehmen sind nur dann direkt von der Richtlinie betroffen, wenn sie von den folgenden Schwellenwerten zwei übersteigen: 250 Mitarbeiter, 40 Mio. € Umsatz, 20 Mio. € Bilanz.
  • Börsengelistete KMU müssen erst ab 2026 berichten und haben anschließend noch bis 2028 eine (zu begründende) „Opt-out“-Möglichkeit.
  • Alle Unternehmen im Anwendungsbereich der Richtlinie müssen ab 2024 (über 500 Mitarbeiter) bzw. 2025 (über 250 Mitarbeiter) bzw. 2026 (kleine Banken und börsengelistete KMU) einen jährlichen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlichen, der umfangreiche Informationen zu Umwelt, Sozial- und Governance-Kriterien (ESG) enthält.
  • Sektorspezifische Standards sollen dafür sorgen, dass Unternehmen in besonders risikoreichen Sektoren mehr berichten müssen als andere.
  • Für KMU soll ein vereinfachter Offenlegungsstandard entwickelt werden, der für börsengelistete KMU und kleine Banken verbindlich, für alle anderen KMU freiwillig sein soll.

Der Text des Abkommens wird voraussichtlich im Juli dem federführenden Rechtsausschuss im EU-Parlament (JURI) zur Abstimmung vorgelegt und anschließend ans Plenum übermittelt. Der Rat wird sich voraussichtlich ebenfalls im Juli mit dem Kompromiss befassen. 

Europa aktuell

Weitere europapolitische Meldungen finden Sie hier:

Europa aktuell

Schlagworte