Zentralverband des
Deutschen Handwerks
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24.03.2022

EU-Kommission stellt Initiativen zur Versorgungssicherheit vor

Die EU-Kommission hat am 23. März ihre Pläne zur Sicherung der Energieversorgung zu angemessenen Preisen vorgestellt.

Der Verordnungsvorschlag zur Speicherung von Gas sieht vor, dass Betreiber ihre Gasspeicher zum kommenden Winter (Stichtag: 1. November) auf mindestens 80 Prozent füllen müssen. Diese Quote soll in den kommenden Jahren auf 90 Prozent erhöht werden. Da der Gasvorrat im Winter bis zu 30 Prozent des Gesamtbedarfs in der EU deckt, erhofft sich die Kommission dämpfende Wirkungen auf den Preis und eine verbesserte Versorgungsicherheit. Zudem schlägt sie eine „Solidaritätsklausel“ vor: Länder ohne eigene Gasspeicher sollen Zugang zu Gasspeichern in umliegenden Ländern erhalten.

Es ist geplant, dass die Staats- und Regierungschefs über das Thema bzw. die konkreten Optionen auf dem bis zum 25. März laufenden EU-Gipfel beraten. Aus Handwerkssicht besteht dringender Handlungsbedarf, da die derzeitige Gemengelage aus selbst auferlegten Kostentreibern (u.a. die Entscheidung der EU, bis Jahresende den Gasimport aus Russland um zwei Drittel zu verringern) und externem Druck kurzfristig erhebliche Mehrkosten erwarten lässt. Dies betrifft nicht nur den direkten Bezug von Energie, sondern z.B. auch Produkt- und Materialpreise. Außerdem gehen die Kommissionsvorschläge bislang nicht von abrupten Änderungen aus, die vor dem Hintergrund der jüngsten Entscheidung Russlands, Energielieferungen künftig nur noch in Rubel zu akzeptieren, nun eintreten könnten.

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