Zentralverband des
Deutschen Handwerks
15.02.2021

EU-Kommission legt Winterprognose vor

Am 11. Februar hat die EU-Kommission ihre volkswirtschaftliche Winterprognose veröffentlicht. Dies sind die wichtigsten Daten zur EU und zu Deutschland.

EU

Die europäische Wirtschaft wurde von den Lockdowns über den Winter schwer getroffen und ist damit schwach ins neue Jahr gestartet. Die Kommission rechnet mit einer langsamen Erholung ab Q2 aufgrund nachlassender Einschränkungen des öffentlichen Lebens. In Q3 dürften bereits viele Europäer geimpft sein und der EU-Aufbaufonds die öffentlichen Ausgaben erhöhen, was die Erholung verstärken dürfte. Außerdem geht die Kommission von einem Anstieg des privaten Konsums und weltweiten Handels aus, durch das UK-Handelsabkommen gibt es nun eine Unsicherheitsquelle weniger.

Während einige Mitgliedstaaten ihr Vorkrisenniveau voraussichtlich bereits 2021 oder 2022 erreichen, wird dies in anderen Ländern deutlich länger dauern.

Deutschland

In Deutschland hat die Krise neben Einzelhandel, Gastronomie und persönlichen Dienstleistungen vor allem das produzierende Gewerbe getroffen (-10,4% gegenüber 2019), das unter Schwierigkeiten in der Lieferkette gelitten hat. Dies spiegelt sich auch in den Zahlen der Importe (-8,6%) und Exporte (-9,9%) wider.

Die Beschäftigung fiel dank Kurzarbeitermaßnahmen nur um 1,1%, aber der private Konsum tauchte ab (-6%) und die Sparquote stieg auf ihren höchsten Wert (16,3%).

Auf dem Rücken einer Erholung des privaten Konsums und unterstützt durch die großzügigen Hilfsprogramme könnte die deutsche Wirtschaft gegen Ende 2021 bereits wieder ihr Vorkrisenniveau erreichen.

Die Kommission rechnet mit einer Inflationsrate von 2,3% in 2021 und 1,3% in 2022.

Die vollständige Winterprognose finden Sie hier.

Weitere europapolitische Meldungen gibt es hier.

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