Vorschriften des Berufskraftfahrerqualifikationsgesetzes und der Berufskraftfahrerqualifikationsverordnung (soweit die Ausnahmen nicht greifen)

Besitzstandsregelung:  

Für Fahrer, die bereits am Stichtag 10.9.2009 (bzw. 10.8.2008 im Personenverkehr) über eine entsprechende Fahrerlaubnis verfügten, ist keine Grundqualifikation erforderlich! (Siehe § 3 BKrFQG).  

Es besteht jedoch eine Verpflichtung zur Weiterbildung, soweit entsprechende Fahrzeuge gelenkt werden. Diese ist bis zum 10. September 2014 abzuschließen. Eine weitere Flexibilisierung des Zeitraums bis zur erstmaligen Weiterbildung ist unter bestimmten Voraussetzungen nach § 5 Abs. 1 Satz 2 BKrFQG (ggf. bis 2016) möglich.  

Alle fünf Jahre muss die Weiterbildung wiederholt werden.  

Die Weiterbildung umfasst einen Lehrgang bei einem staatlich anerkannten Anbieter über 35 Stunden, der auch über mehrere Jahre in einzelne Blöcke mit mindestens 7 Stunden aufgeteilt werden kann. Eine Abschlussprüfung erfolgt nicht. Die Weiterbildung wird durch einen Eintrag im Führerschein dokumentiert.

Führerscheinneuerwerber:  

Pflichten für Personen, die Führerscheine der Klassen C, C1, C1E, CE ab dem 10.9.2009 (Güterverkehr) bzw. der Klassen D1, D1E, D oder DE ab dem 10.9.2008 (Personenverkehr)erwerben oder erworben haben, soweit sie entsprechende Fahrzeuge im gewerblichen Verkehr nutzen und nicht unter die Ausnahmeregelungen fallen:  

Von diesen Personen ist entweder eine „Grundqualifikation“ oder eine „beschleunigte Grundqualifikation“ abzulegen:   

Grundqualifikation:  

Die „Grundqualifikation“ kann nachgewiesen werden durch eine Berufsausbildung zum Berufskraftfahrer (bzw. vergleichbare Ausbildung) oder durch eine erfolgreich abgelegte theoretische und praktische Prüfung zur Grundqualifikation bei einer IHK.  

Hinweis: umfangreicher Lernstoff und umfassende und praktisch demonstrierbare Kenntnisse im Güter- bzw. Personenverkehr notwendig, lange Prüfungsdauer.

Im Regelverfahren:

  • theoretische Prüfung mit 240 Minuten
  • Insgesamt praktische Prüfung 210 Minuten (u.a. 90 Minuten praktische Prüfung zu Fragen der Ladungssicherheit etc., Fahrprüfung 120 Min., Bewältigung kritischer Situationen max. 60 Min.
  • Sonderregelungen mit verkürzten Zeiten für Personen mit nachweisbaren beruflichen Kenntnissen im Transportgewerbe.  

Zur Ablegung der Grundqualifikation muss der entsprechende Führerschein schon vorliegen.    

Beschleunigte Grundqualifikation:

Die „Beschleunigte Grundqualifikation“ wird durch eine 140-stündige (!) Schulung und eine erfolgreich abgelegte (nur theoretische) Prüfung bei einer IHK (90 Minuten) nachgewiesen.  

Die Schulung in den einzelnen Modulen (u.a. zu Ladungssicherung und Sozialvorschriften) müssen bei einer anerkannten Ausbildungsstätte stattfinden. In der Regel bieten dies Fahrschulen an. Einzelne Handwerkskammern und Innungen stellen mittlerweile auch spezielle anerkannte Fortbildungsangebote bereit.  

Der Erwerb des Führerscheins muss bei Ablegung der Prüfung zur Beschleunigten Grundqualifikation noch nicht abgeschlossen sein.  

Das Mindestalter für Erwerber der Beschleunigten Grundqualifikation beträgt bei den Führerscheinen der Klassen C und CE 21 Jahre. (Bei einer normalen Grundqualifikation liegt das Mindestalter bei 18 Jahren.)

 

Weitere Informationen auf der Webseite des Bundesamtes für den Güterverkehr: Link