VIII. Glossar: Chemikalienklimaschutzverordnung von A - Z

BLAC (Bund/Länderarbeitsgemeinschaft Chemikaliensicherheit): Eine AG der BLAC ist mit der Erarbeitung einer Vollzugshilfe für die zuständigen Landesbehörden beauftragt.  

Berufe: Die Chemikalienklimaschutzverordnung betrifft eine Vielzahl an Berufen der Kälte- und Klimahandwerke, der SHK-Handwerke, Elektro- und Kfz-Handwerke. Das Heinz-Piest-Institut hat im Rahmen einer Studie ermittelt, welche Berufe konkret betroffen sind. (Liste der Berufe)

Chemikalienklimaschutzverordnung: Regelt auf der Basis des Kyoto-Protokolls und in Ergänzung der F-Gase-Verordnung den Umgang mit fluorierten Treibhausgasen z.B. bei bestimmten Tätigkeiten an Kälte- und Klimaanlagen, Wärmepumpen, Brandschutzsystemen, Hochspannungsschaltanlagen, Klimaanlagen in Kfz. Sie schreibt für diese Tätigkeiten einen Sachkundenachweis für das Personal und eine Zertifizierung für die Betriebe vor. (Chemikalienklimaschutz-Verordnung)  

Dritte Stellen: Laut Verordnung eine Aus- oder Fortbildungseinrichtung, ein Unternehmen oder ein Betrieb, der zur Abnahme von Prüfungen und zur Erteilung von Sachkundebescheinigungen berechtigt ist. Dritte Stellen müssen durch die zuständigen Landesbehörden genehmigt werden (Liste der anerkannten Stellen)  

EMAS: Betriebe, die ein eingetragener EMAS-Standort sind, erhalten die Zertifizierung, sofern aus der Umwelterklärung oder dem Bericht über die Umweltbetriebsprüfung hervorgeht, dass der Betrieb die Voraussetzungen der Chemikalienklimaschutzverordnung erfüllt. Weitere Auskünfte erteilt die zuständige Landesbehörde.  

F-Gase-Verordnung: Die Chemikalienklimaschutzverordnung gilt ergänzend zu der Verordnung (EG) Nr. 842/2006 über bestimmte fluorierte Treibhausgase – sogenannte F-Gase-Verordnung. (F-Gase-Verordnung)  

Fluorierte Treibhausgase: z.B. Schwefelhexalfluorid (SF6), bestimmte teilfluorierte Kohlenwasserstoffe (HFkW) und perfluorierte Kohlenwasserstoffe (FKW) (Anlage der F-Gaseverordnung)  

Handwerkskammern: Sind laut Verordnung zur Abnahme von Prüfungen und zur Erteilung der Sachkundebescheinigungen berechtigt.    

HPI-Studie: Für das Handwerk hat das Heinz-Piest-Institut ermittelt, welche Handwerksberufe von der Chemikalienklimaschutzverordnung betroffen sind und welche Anforderungen der Verordnung durch die jeweiligen Ausbildungen abgedeckt sind, bzw. wer in welchem Umfang noch geschult werden muss. Die Studie bietet eine vom BMU akzeptierte Grundlage für die Handwerkskammern, um Anträge auf Sachkundenachweise überprüfen zu können. (HPI-Studie)  

Innungen: Sind zur Abnahme von Prüfungen und zur Erteilung der Sachkundebescheinigungen berechtigt, sofern ihnen die Handwerkskammer das Gesellenprüfungswesen übertragen hat.  

Lehrgänge zur Erlangung der Sachkundebescheinigung: Werden sowohl von Kammern, Innungen und den sogenannten Dritten Stellen angeboten – je nach Branche. Ein Verzeichnis der anerkannten Stellen finden Sie hier (Liste der anerkannten Stellen)    

Musterformulare: Der ZDH hat für die Handwerkskammern Musterformulare zur Ausstellung der Sachkundenachweise und Vorläufigen Sachkundenachweise erarbeitet. Sie sind im Mitgliederbereich abrufbar.  

Sachkundebescheinigung: Personen, die Anlagen mit fluorierten Treibhausgasen installieren, ihre Dichtheit prüfen, warten, instand halten oder Gase zurückgewinnen benötigen laut Chemikalienklimaschutzverordnung  eine Sachkundebescheinigung. Sie wird u.a. durch die zuständige Handwerkskammer ausgestellt, bzw. durch die Innung, sofern diese durch die Handwerkskammer mit dem Gesellenprüfungswesen beauftragt ist.  

Sachkundebescheinigung, Vorläufige: Im Geltungsbereich der Chemikalienklimaschutzverordnung tätige Personen können bei ihrer Handwerkskammer eine Vorläufige Sachkundebescheinigung beantragen, wenn sie bereits vor dem 4. Juli 2009 die betreffenden Tätigkeiten ausgeübt haben, aber z.B. noch keine Gelegenheit hatten, eine notwendige Schulung zu absolvieren. Informationen zum Antragsverfahren erteilt die zuständige Handwerkskammer vor Ort.  

Sachkundeprüfung: Prüfung, die zur Erlangung des Sachkundenachweises abgelegt werden muss – mit oder ohne vorherigen Lehrgang.   Tätigkeiten: Die Chemikalienklimaschutzverordnung regelt folgende

Tätigkeiten:  Die Chemikalienklimaschutzverordnung regelt folgende Tätigkeiten 

  • an Kälteanlagen, Klimaanlagen, Wärmepumpen  
  • an Brandschutzsystemen und Feuerlöschern  
  • Hochspannungsschaltanlagen  
  • Klimaanlagen in Kraftfahrzeugen  
  • Tätigkeiten an Einrichtungen, die fluorierte Treibhausgase als Lösungsmittel enthalten (Hinweis:  Diese Einrichtungen dürften laut Gesetgeber in Deutschland nicht existieren)      

Zertifizierung: Alle Betriebe, die im Geltungsbereich der Chemikalienklimaschutzverordnung tätig sind, benötigen eine Zertifizierung (s.a. Übergangsfristen). Sie muss bei der jeweils zuständigen Landesbehörde beantragt werden (s. auch Zuständige Landesbehörden). Voraussetzung ist, dass der Betriebsinhaber anhand von Sachkundenachweisen belegen kann, dass sein Betrieb über  Personal verfügt, das im Sinne der Chemikalienklimaschutzverordnung qualifiziert ist (Sachkundenachweise bzw. Vorläufige Sachkundenachweise. bzw. Lehrgang für Tätigkeiten an Klimaanlagen in PKW).  

Zuständige Landesbehörden: Die zuständigen Landesbehörden nehmen die Anträge der Betriebe auf Zertifizierung entgegen, prüfen und bescheinigen diese. (Liste der zuständigen Landesbehörden)

weiter zu:

I. Welche Zielsetzungen verfolgt die Chemikalienklimaschutz-verordnung?
II. Was regelt die Chemikalienklimaschutz-verordnung?
III.
Wer benötigt künftig eine Sachkundebescheinigung? 
IV. Welche Voraussetzungen müssen für den Erhalt der Sachkundebescheinigung erfüllt sein?
V. Wer ist zur Durchführung von Prüfungen und zur Ausgabe der Sachkundebescheinigung berechtigt?
VI. Welche Behörden sind für die Umsetzung der Verordnung zuständig?  
VII. Welche Übergangsfristen gelten?
IX. FAQ  

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Wirtschafts- und Umweltpolitik
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