22.07.2016

Entwicklung des ländlichen Raums

Handwerkliche Betriebe prägen in großer Vielfalt die Wirtschaft des ländlichen Raums und sichern maßgeblich die Versorgungsstrukturen und das gesellschaftliche Leben in Dörfern und Kleinstädten. Da in der Landwirtschaft in den vergangenen Jahrzehnten die Beschäftigtenzahl deutlich gesunken ist, tritt die Bedeutung des Handwerks noch stärker hervor.

Im Fokus der Politik für ländliche Regionen standen bisher vorrangig agrarbezogene Maßnahmen. Mit diesem Politikansatz ist es heute jedoch nur noch in begrenztem Maße möglich, nachhaltigen Einfluss auf Lebensqualität und Wirtschaftskraft auf dem Land zu nehmen und unter den Bedingungen der rückläufigen Bevölkerungszahl Versorgungsstrukturen zu sichern.

 


 


EU-Förderung - Förderperiode: ELER 2014 bis 2020

Der ZDH hat sich bereits vor Veröffentlichung der neuen Verordnungsentwürfe zur Weiterentwicklung der Politik für ländliche Räume positioniert und einen branchenübergreifenden integrierten Ansatz gefordert.

  • Beitrag des ZDH zur Konsultation zur Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik: Link ZDH, 25. Januar 2011

Der ZDH begrüßt, dass die Ansätze zu integrierter Politik in den ländlichen Räumen bereits durch den  Verordnungsentwurf vom Oktober 2011 gestärkt werden sollen. Diesbezüglich unterstützt der ZDH insbesondere die Verbesserung der Unterstützungsmöglichkeiten für nichtlandwirtschaftliche KMU.

  • Download Positionspapier zur neuen Förderperiode, Stand 15. März 2012

In der Stellungnahme des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses zur Politik für ländliche Räume, die im Konsens der europäischen Wirtschafts- und Sozialpartner beschlossen wurde, werden die Potenziale branchenübergreifender Zusammenarbeit im ländlichen Raum und die Notwendigkeiten zur Weiterentwicklung der Fördermechanismen verdeutlicht.

Die Regelungen für die neue Förderperiode, insbesondere die neue ELER-Verordnung (Europäischer Landwirtschaftsfonds für ländliche Entwicklung), sind in Kraft getreten. Es bieten sich zahlreiche Ansätze, auch nichtlandwirtschaftliche Bereiche, in Förderprogramme einzubeziehen

  • Aktuelle Meldungen zum Stand der neuen Förderperiode im Bereich ELER finden Sie auch auf der Seite der "Deutschen Vernetzungstelle für ländliche Räume" (Link)
  • Grundsätzliche Zielsetzungen der europäischen Politik für ländliche Raume finden sie hier: Link

 


Ländliche Entwicklungsprogramme (ELER Verordnung 2014 bis 2020)

Die Entwicklungsprogramme für den ländlichen Raum für die Förderperiode 2014 bis 2020 setzen die Vorgaben der ELER-Verordnung in den Ländern um. Je nach Bundesland werden in sehr in unterschiedlichem Umfang auch Möglichkeiten zur Förderung des Handwerks aufgegriffen. Die Programme sind auf den Seiten der jeweiligen Landwirtschaftsministerien einsehbar.

Aus Sicht der Handwerksorganisationen ist die Einbeziehung des ländlichen und kleinstädtischen Handwerks in die Entwicklungsprogramme in der Förderperiode 2014 bis 2020 nur sehr unzureichend erfolgt. Nur wenige Länder haben die neue Zielsetzung der europäischen Politik zur integrierten Entwicklung des ländlichen Raums konsequent aufgegriffen und alle wirtschaftlichen Akteure in die Förderprogramme eingebunden, um zur Diversifizierung und Stabilisierung der ländlichen Wirtschaft beizutragen.

 

 

Nationale Förderung des ländlichen Raums - Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz (GAK)

Die GAK wurde 2016 reformiert und teilweise auch für nichtlandwirtschaftliche Bereiche geöffnet. Eine Weiterentwicklung zu einer "Gemeinschaftsaufgabe Länder Entwicklung" in umfassender Anlehnung an das Förderspektrum des ELER erfolgte jedoch nicht. Die GAK ist für die Anwendung von ELER-Mitteln von großer Bedeutung, da sie zur nationalen Kofinanzierung genutzt wird.

 

  • Neues GAK-Gesetz (Schaffung der Möglichkeit zur Förderung nichtlandwirtschaftlicher Kleinstbetriebe)

 

 


Materialien zur Veranstaltung "Landwirtschaft und Handwerk - Gemeinsam erfolgreich im Ländlichen Raum"

Die Materialien der Veranstaltung „Landwirtschaft und Handwerk - Gemeinsam erfolgreich im Ländlichen Raum“, die am 28. September 2011 im ZDH in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Bauernverband und der „Deutschen Vernetzungsstelle ländliche Räume“ durchgeführt wurde, stehen zum Download bereit (Vorträge und Beispielprojekte der Kooperation im ländlichen Raum).

 

 

Da für die Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem Bauernverband die weitere Sammlung guter Beispiele integrierter Konzepte der Kooperation im ländlichen Raum hilfreich ist, sind wir für entsprechende Hinweise auf regionale Initiativen mit Beteiligung des Handwerks dankbar (z.B. Entwicklung regionaler Wertschöpfungsketten, Regionalmarken, regionale Nahversorgungs-, Tourismus- oder Energiekonzepte: Mail: benke(at)zdh.de).

 


 


Positionen zur Weiterentwicklung der Politik für ländliche Räume



Gemeinsames Positionspapier des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks und des Bundesverbandes der Regionalbewegung (Stand April 2008)

ZDH und Regionalbewegung bekennen sich zur großen Bedeutung, die der Regionalität für ein nachhaltiges Wirtschaften zukommt. Durch seine regionale Verwurzelung, die Entwicklung von regionalen Wertschöpfungsketten und die vor Ort aktiv ausgeübte soziale Verantwortung trägt das Handwerk im Zeitalter der Globalisierung wesentlich zur Sicherung von Lebensqualität in den Regionen, insbesondere im ländlichen Raum, bei.