Zahlungsverhalten der Handwerkskunden

Ergebnisse der ZDH-Umfrage zur Zahlungsmoral bei Handwerksbetrieben im 1. Quartal 2005

In den vergangenen Jahren haben mehrere Entwicklungen zu einer Verschlechterung der Finanzierungssituation der Handwerksbetriebe geführt: Aufgrund der rückläufigen Nachfrage hat sich der Wettbewerb um das verbliebene Auftragsvolumen deutlich intensiviert und vollzieht sich immer stärker fast ausschließlich über den Preis. In Folge dessen hat sich die Ertragssituation in den Handwerksbetrieben verschlechtert. Viele Betriebe - vor allem in Ostdeutschland - sind inzwischen finanziell angeschlagen: Nach einer aktuellen Untersuchung der Vereine Creditreform aus dem Frühjahr 2005 verfügten 36,3 Prozent der westdeutschen und 47,4 Prozent der ostdeutschen Handwerksbetriebe über eine mangelhafte Eigenkapitalausstattung von unter 10 Prozent der Bilanzsumme. Zum Vergleich: Als „solide“ wird ein Eigenkapitalanteil von mehr als 30 Prozent angesehen. Neben den gesunkenen Möglichkeiten zur Eigenfinanzierung ist in der Vergangenheit aber auch die Kreditfinanzierung über die Banken zunehmend schwieriger geworden, wie die im Herbst 2004 durchgeführte ZDH-Umfrage zur „Praxis der Kreditvergabe“ deutlich gemacht hat.

Zudem beklagen die Handwerksbetriebe seit langem aber auch eine zunehmend schlechtere Zahlungsmoral und zudem einen steigenden Anteil von Forderungsausfällen ihrer Kunden. Wenn offene Forderungen aber nicht pünktlich oder überhaupt nicht eingehen, können einerseits bestehende Aufträge nicht vorfinanziert werden und verloren gehen. Andererseits können Zahlungsverzögerungen und Forderungsausfälle in den Betrieben zu kurzfristigen Liquiditätsproblemen mit der Notwendigkeit der Zwischenfinanzierung führen und die schon schwache finanzielle Substanz der Betriebe weiter abbauen. Selbst leistungsfähige Betriebe können dadurch in eine existenzgefährdende Liquiditätsfalle geraten.

Diesbezüglich hat das zum 1. Mai 2000 in Kraft getretene „Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen“ (ZahlBeschlG) keine grundlegenden Besserungen des schlechten Zahlungsverhaltens der Handwerkskunden bewirken können. Deshalb fordert der ZDH seit langem neue und wirksame Maßnahmen ein. Allerdings wird der Entwurf eines Forderungssicherungsgesetzes, das wichtige Elemente zur Verbesserung der Zahlungsmoral beinhaltet, seit längerem im Deutschen Bundestag blockiert.

Vor diesem Hintergrund hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit 33 Handwerkskammern im Rahmen seiner Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2005 eine Umfrage zum „Zahlungsverhalten der Handwerkskunden“ durchgeführt. Ziel der Umfrage war es, das Ausmaß des Problems zu ermitteln und die derzeit laufenden gesetzgeberischen Maßnahmen zur Verbesserung der Zahlungsmoral zu hinterlegen. An der Umfrage haben sich rund 13.700 Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet mit fast 190.000 Beschäftigten beteiligt. Es waren 11 ostdeutsche und 22 westdeutsche Handwerkskammern beteiligt.

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Zahlungsverhalten der Handwerkskunden
(PDF)
Ergebnisse einer SU bei Handwerksbetrieben - 1. Quartal 2005