12.01.2016

Überregionaler Absatz des Handwerks

Ergänzungsfragen zur Konjunkturumfrage Herbst 2015

Ein in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsener Anteil von Handwerksbetrieben nutzt die Potenziale, die eine Geschäftstätigkeit im Ausland bietet. Um aktuelle Daten über die Zahl exportierender Handwerksbetriebe, deren Absatzregionen und Abnehmer sowie Hindernisse bei der Geschäftsausübung im Ausland zu gewinnen, hat der ZDH im Zuge der Konjunkturberichterstattung für das dritte Quartal 2015 gemeinsam mit 37 Handwerkskammern (30 in West- und 7 in Ostdeutschland) eine Umfrage zum Thema "Überregionaler Absatz des Handwerks" durchgeführt. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die wachsende Bedeutung ausländischer, und insbesondere europäischer, Absatzmärkte für das Handwerk: 

  • Der Anteil der Exporteure im Handwerk hat sich seit 1994 von 3,1 auf 7,1 Prozent mehr als verdoppelt. Ebenso erhöht hat sich der Anteil des Umsatzes, den die Betriebe mit ihren Geschäftsaktivitäten im Ausland erzielen: Er ist im gleichen Zeit-raum von 1,8 auf 3,0 Prozent gestiegen. 
  • Die Hauptabsatzmärkte der Exporteure des Handwerks liegen in Europa. 3 von 4 auslandsaktiven Handwerksbetrieben unterhalten Geschäftsbeziehungen in direkt an die Bundesrepublik grenzende Länder (75,3 Prozent). Bei den übrigen EU-Ländern liegt der Anteil bei 35,7 und für das restliche Europa bei 10,5 Prozent. 
  • Ein klarer Schwerpunkt der Handwerksbetriebe auf den Export von Gütern oder die Erbringung handwerklicher Werk- oder Dienstleistungen im Ausland ist nicht erkennbar. 43,7 Prozent der exportierenden Betriebe geben an, überwiegend Güter auszuführen, 48,9 Prozent überwiegend Werk- oder Dienstleistungen zu erbringen. 
  • Die Mehrzahl der im Ausland aktiven Handwerksbetriebe berichtet von gestiegenen (40,6 Prozent) oder gleichbleibend guten (29,5 Prozent) Umsätzen im Ausland seit dem Jahr 2010. Nur 16,2 Prozent der exportierenden Betriebe im Handwerk geben an, dass sich ihre Auslandsumsätze in diesem Zeitraum rückläufig entwickelt haben. 
  • Als Haupthindernis bei der Geschäftstätigkeit im Ausland sehen die Betriebe des Handwerks den bürokratischen Aufwand der beim Ausführen von Gütern oder durch national unterschiedliche Regelungen und Vorschriften für die Erbringung von Werk- oder Dienstleistungen entsteht an. 41,2 Prozent der Betriebe geben dies an. 
  • Der Anteil der nicht exportierenden Handwerksbetriebe, die sich bereits dazu entschieden haben, ins Ausland zu expandieren, liegt bei 1,0 Prozent. Jedoch können sich weitere 6,2 Prozent eine Expansion unter den passenden Rahmenbedingungen vorstellen. Insgesamt sehen etwa 14 Prozent aller Befragten Exportpotenziale für ihre Betriebe, nutzen diese aber erst teilweise für Auslandsgeschäfte.

Die Antworten der Handwerksbetriebe wurden in einem Online-Umfragemodul erfasst. Dabei wurden die Betriebe in unterschiedlicher Form kontaktiert (postalisch, per E-Mail, telefonisch und per Newsletter) und konnten die Form der Rückantwort (postalisch, per Fax oder direkt im Online-Umfragemodul) wählen. Insgesamt haben sich 6.736 Betriebe an der Umfrage beteiligt.

Da sich - wie bei den meisten Umfragen üblich - größere Unternehmen relativ häufiger beteiligt haben als kleinere, wurden die Gesamtergebnisse anhand aktueller Beschäftigtengrößen-zahlen gewichtet und hochgerechnet.

Zum Herunterladen

Überregionaler Absatz des Handwerks
(PDF)
Ergebnisse einer SU bei Handwerksbetrieben - 3. Quartal 2015; ZDH; Januar 2016