Finanzierungssituation der Handwerksunternehmen

Ergebnisse der ZDH-Umfrage bei Handwerksbetrieben im 3. Quartal 2010

In den zurückliegenden beiden Jahren haben sich die Möglichkeiten der Unternehmen zur Kreditaufnahme zum Teil deutlich verschlechtert. So gaben in der jüngsten KfW-Unternehmensbefragung 47,1 Prozent der antwortenden Handwerksunternehmen eine erschwerte Kreditaufnahme für 2009 im Vergleich zum Jahr 2008 an. Begründet wurde diese Verschlechterung mit gestiegenen Sicherheits- und Dokumentationsanforderungen. Erkennbar war insgesamt, dass insbesondere kleine und mittlere Unternehmen von zunehmenden Finanzierungsproblemen betroffen waren, wobei sich die Situation sowohl zwischen einzelnen Branchen als auch regional sehr unterschiedlich darstellte. Allerdings haben sich die Befürchtungen, die Wirtschafts- und Finanzkrise könne sich zu einer flächendeckenden und branchenübergreifenden Kreditklemme auswachsen, nicht bestätigt.  

Seit dem Herbst 2009 befindet sich die deutsche Konjunktur wieder in einem Aufschwung, der sich ab dem 2. Quartal 2010 stark beschleunigt und auch zunehmend an Breite gewonnen hat. Diese konjunkturelle Erholung spiegelte sich jedoch nicht in einem gleichermaßen verbesserten Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten wider. Ohne einen ausreichenden Zugang zu Finanzierungen ist jedoch eine tatsächliche und nachhaltige Überwindung der Krise für mittelständische Unternehmen kaum möglich. Insbesondere in Zeiten der Konjunkturerholung sind speziell Finanzierungsmittel zur Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebes der Unternehmen sowie zur Vorfinanzierung von Aufträgen und der Erhöhung von Lagerbeständen notwendig.  

Bei für das Jahr 2009 festzuhaltenden zunehmenden Finanzierungsschwierigkeiten und gleichzeitiger Konjunkturerholung ab Herbst 2009 musste demnach von einer Phase der "creditless recovery", d.h. einer Konjunkturerholung ohne Krediterholung ausgegangen werden. Um hier Handreichungen für möglicherweise notwendige Unterstützungsmaßnahmen der Handwerksunternehmen geben zu können, hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit 32 Handwerkskammern im Rahmen der Konjunkturumfrage für das dritte Quartal 2010 eine Sonderumfrage zur „Finanzierungssituation der Handwerksunternehmen“ durchgeführt. Zielsetzung dieser Umfrage war es, den momentanen Finanzierungsbedarf der Handwerksunternehmen sowie deren gegenwärtige Finanzierungssituation zu erfragen und die konkreten Probleme der Kreditversorgung zu ermitteln. An der Umfrage haben sich über 10.000 Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet mit über 170.000 Beschäftigten beteiligt. Es nahmen 7 ostdeutsche und 25 westdeutsche Handwerkskammern teil.  

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Finanzierungssituation der Handwerksunternehmen
(PDF)
Ergebnisse einer SU bei Handwerksbetrieben - 3. Quartal 2010