Fachkräftesicherung im Handwerk

Ergebnisse der ZDH-Umfrage bei Handwerksbetrieben im 1. Quartal 2011

Die deutsche Wirtschaft hat sich wesentlich schneller als erwartet von der schwersten Rezession der Nachkriegszeit erholt. Mit einem realen Wirtschaftswachstum von 3,6 Prozent im Jahr 2010 wurde das Vorkrisenniveau schon annähernd wieder erreicht, die Erwerbstätigkeit hat im Jahresverlauf zugenommen und lag im Jahresdurchschnitt um mehr als 200.000 Personen über dem Vorjahr. Auch im Handwerk hat sich die Geschäftsentwicklung seit dem Frühjahr 2010 spürbar beschleunigt und hat zu steigenden Kapazitätsauslastungen geführt. Der konjunkturelle Aufschwung setzte sich auch im ersten Quartal 2011 fort und hat inzwischen alle Branchen des Handwerks erfasst. Zwar konnten die meisten Betriebe die zusätzliche Nachfrage in den letzten Monaten noch mit dem bestehenden Personal bewältigen, allerdings wurden in zahlreichen Firmen, die besonders stark vom konjunkturellen Aufschwung profitierten, schon zusätzliche Fachkräfte gesucht. Im laufenden Jahr dürfte sich der Fachkräftebedarf des Handwerks verstärken, zumal die Perspektiven für die Handwerkswirtschaft positiv sind und der Aufwärtstrend sich fortsetzen wird. Die deutlich höheren Auftragsbestände bei den Betrieben legen dafür die Basis.  

Schon während der letzten Aufschwungphase in den Jahren 2006 bis 2008 zeigten sich in der Gesamtwirtschaft z.T. erhebliche regionale und sektorale Probleme bei der Stellenbesetzung. Auch in bestimmten Bereichen des Handwerks konnten damals Stellen nicht besetzt werden. Diese Problemlage dürfte im laufenden Aufschwungprozess noch stärker zu beobachten sein, zumal die demographische Entwicklung immer stärker wirkt. Sinkende Schülerzahlen und ein insgesamt rückläufiges Erwerbspersonenpotential werden den Wettbewerb um Fachkräfte schon in der nahen Zukunft verschärfen und es auch den Betrieben, die nur aufgrund der natürlichen Fluktuation Fachkräfte ersetzen müssen, schwerer machen, geeignetes Personal zu finden.  

Vor diesem Hintergrund hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit 43 Handwerkskammern im Rahmen der Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2011 eine Sonderumfrage zur „Fachkräftesicherung im Handwerk“ durchgeführt. Zielsetzung dieser Umfrage war es, herauszufinden, wie hoch der aktuelle Fachkräftebedarf im Handwerk ist, ob und in welchem Ausmaß Probleme bei der Besetzung der offenen Stellen auftreten, welche Probleme hauptsächlich der Besetzung entgegenstehen und mit welchen Strategien die Betriebe selber ihren Fachkräftebedarf in der Zukunft sicherstellen wollen. An der Umfrage haben sich mehr als 14.000 Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet mit knapp 200.000 Beschäftigten beteiligt. Es nahmen 8 ostdeutsche und 35 westdeutsche Handwerkskammern teil.

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Fachkräftesicherung im Handwerk
(PDF)
Ergebnisse einer SU bei Handwerksbetrieben - 1. Quartal 2011