Digitaler Wandel im Handwerk

Ergänzungsfragen zur Konjunkturumfrage Herbst 2016

Mit der zunehmenden Einführung digitaler Technologien sind weitreichende Veränderungen verbunden. Das gilt sowohl für die unternehmensinternen Abläufe als auch die Geschäftsbeziehungen zum Kunden, der zudem neue Erwartungen an Produkte, Dienstleistungen und Kommunikation stellt. Deshalb bedingt der Einsatz digitaler Technologien oftmals eine Angebotserweiterung bzw. Anpassung des bestehenden Geschäftsmodells an verschiedene Kundengruppen. Um aktuelle Daten über den Fortschritt der Digitalisierung in der Handwerkswirtschaft zu gewinnen, hat der ZDH im Zuge der Konjunkturberichterstattung für das dritte Quartal 2016 gemeinsam mit 43 Handwerkskammern (32 in West- und 11 in Ostdeutschland) eine Umfrage zum Thema "Digitaler Wandel im Handwerk" durchgeführt. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen, dass viele Handwerksbetriebe intensiv mit der Umsetzung von Digitalisierungsmaßnahmen befasst sind, aber auch nach wie vor Hürden für den digitalen Transformationsprozess im Handwerk bestehen: 

  • Mehr als jeder fünfte Handwerksbetrieb hat in den vergangenen 12 Monaten in die Digitalisierung investiert. Dabei lagen die Investitionsschwerpunkte im Bereich der Betriebsorganisation oder dienten der Erschließung neuer Kundenkreise.
  • 41,3 Prozent der Betriebsinhaber sehen positive oder keine Auswirkungen der Digitalisierungsmaßnahmen für den eigenen Geschäftsbetrieb. Dagegen bewerten nur 1,6 Prozent der Betriebsinhaber die Effekte bereits durchgeführter Digitalisierungsmaßnahmen als negativ.
  • In den nächsten 12 Monaten planen 17,1 Prozent der Betriebsinhaber Digitalisierungsmaßnahmen umzusetzen. Geplant sind dabei insbesondere Maßnahmen in den Bereichen Betriebsorganisation, Erschließung neuer Kundenkreise sowie Datenschutz und Systemsicherheit.
  • Mehr als jeder fünfte Betriebsinhaber im Handwerk betrachtet die Digitalisierung als Chance, nur knapp jeder Zwanzigste als Risiko. Mehr als ein Fünftel attestiert der Digitalisierung eine hohe Bedeutung für das eigene Geschäftsfeld. Jeweils ein knappes Drittel misst ihr nur eine geringe oder keine Bedeutung bei.
  • Als Hürden für die Digitalisierung werden vor allem fehlende eigene betriebliche Ressourcen und Kompetenzen, aber auch langsame Internetverbindungen, fehlende Standards und die Anforderungen zur Gewährleistung der IT-Sicherheit benannt.
  • Bedarf an Unterstützungsangeboten bei der Umsetzung der Digitalisierung melden 12,2 Prozent der Betriebe an. Nutzen möchten sie vor allem Angebote zur Erschließung neuer Kundenkreise, rund um das Thema Datenschutz und Systemsicherheit sowie bei der Betriebsorganisation.
  • Bereits 17,3 Prozent der Betriebe kennen die Arbeit des Kompetenzzentrums

Digitales Handwerk. Die Antworten der Handwerksbetriebe wurden in einem Online-Umfragemodul erfasst. Dabei wurden die Betriebe in unterschiedlicher Form kontaktiert (postalisch, per E-Mail, telefonisch und per Newsletter) und konnten die Form der Rückantwort (postalisch, per Fax oder direkt im Online-Umfragemodul) wählen. Insgesamt haben sich 7.719 Betriebe an der Umfrage beteiligt.

Da sich - wie bei den meisten Umfragen üblich - größere Unternehmen relativ häufiger beteiligt haben als kleinere, wurden die Gesamtergebnisse anhand aktueller Beschäftigtengrößenzahlen gewichtet und hochgerechnet.

Unterlagen zum Download:

Digitaler Wandel im Handwerk
(PDF)
Ergebnisse einer Umfrage unter Handwerksbetrieben im 3. Quartal 2016; ZDH; Januar 2017


Fragebogen - Sonderumfrage "Digitaler Wandel im Handwerk"
(PDF)
SU 2/16; ZDH