13.07.2005

Betriebsnachfolge im Handwerk

Ergebnisse der ZDH-Umfrage zur Betriebsnachfolge bei Handwerksbetrieben im 3. Quartal 2002.

Neben einer hohen Anzahl von Neugründungen ist eine Volkswirtschaft auch darauf angewiesen, dass die existierenden und am Markt eingeführten Betriebe von den nachfolgenden Generationen weitergeführt werden: Denn bei einer durchschnittlichen Beschäftigtengröße von etwas mehr als acht Beschäftigten im Handwerk hängen nicht nur viele Tausend Arbeits- und Ausbildungsplätze sowie hohe Investitionsvolumina von erfolgreichen Unternehmensübergaben ab, vielmehr ist mit fehlgeschlagenen Betriebsübergaben auch ein Verlust von Wissen und Erfahrungen verbunden, das über viele Jahre bei den Mitarbeitern angesammelt wurde. Dabei stellt ein funktionierender Generationswechsel speziell für das Handwerk auch eine große Chance dar, weil mit der Übernahme eines Betriebes vielfach eine Modernisierung und nicht selten eine Ausweitung der Tätigkeitsbereiche einhergeht.

Allerdings ist festzustellen, dass sich das Umfeld für einen Prozess erfolgreicher Unternehmensübergaben verschlechtert hat. Der in der Vergangenheit beschleunigte Strukturwandel und Marktveränderungen stellen die Übergabefähigkeit mancher Gewerke zunehmend in Frage. Zudem hat die anhaltende und jüngst verstärkte Konjunkturkrise im Handwerk die Ertragslage vieler Betriebe stark in Mitleidenschaft gezogen und eine Modernisierung von Anlagen und Maschinen oft nicht mehr erlaubt. Des weiteren weitet sich die zunehmend restriktivere Kreditvergabe der Banken zu einem immer stärkeren Hemmnis für potentielle Übernehmer aus, zumal die Finanzierung der Übernahme vielfach nicht sichergestellt werden kann. Und schließlich wurden auch die steuerlichen Rahmenbedingungen zu Ungunsten des Übergabeprozesses ausgestaltet. Gerade vor diesem Hintergrund kommt der Ausgestaltung eines erfolgreichen Übergabeprozesses im Handwerk sowie der konsequenten Nutzung der Beratungsangebote der Handwerksorganisationen eine zentrale Bedeutung für die Zukunft der Handwerkswirtschaft zu.

Über das Ausmaß des anstehenden Generationenwechsels im Handwerk existieren allerdings keine detaillierten Angaben. Deshalb hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit 30 Handwerkskammern im Rahmen seiner Konjunkturumfrage für das dritte Quartal 2002 eine Sonderumfrage zur "Betriebsnachfolge im Handwerk" durchgeführt.

Zielsetzung war es herauszufinden, wie viele Handwerksbetriebe in den nächsten Jahren zur Übergabe anstehen, welche Vorbereitungen dazu bereits getroffen wurden und in welcher Form und an wen die Übergabe erfolgen soll. Darüber hinaus waren die bei der Betriebsübergabe bestehenden Probleme von Interesse, um Ansatzpunkte für eine gezielte Unterstützung der Betriebe zu erhalten.

An der Umfrage haben sich rund 12.400 Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet mit über 150.000 Beschäftigten beteiligt. Die regionale Repräsentativität ist durch die Beteiligung von 10 ostdeutschen und 20 westdeutschen Handwerkskammerbezirken gewährleistet.

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