Betriebsnachfolge im Handwerk

Ergebnisse der ZDH-Umfrage bei Handwerksbetrieben im 1. Quartal 2015

Die Betriebe des Handwerks sind aufgrund der demografischen Entwicklung nicht allein mit einem zunehmenden Mangel an Fachkräften konfrontiert. Ebenso absehbar ist ein Mangel an Unternehmerinnen und Unternehmern. Ohne geeigneten Nachfolger/-in an der Unternehmensspitze droht der Verlust von Know-how, Wertschöpfung und nicht zuletzt von Arbeits- und Ausbildungsplätzen im Handwerk.

Um aktuelle Daten über die Betroffenheit und mögliche Unterstützungspotenziale für die Handwerksbetriebe zu identifizieren, hat der ZDH im Zuge der Konjunkturberichterstattung für das erste Quartal 2015 gemeinsam mit 40 Handwerkskammern (29 in West- und 11 in Ostdeutschland) eine Umfrage zum Thema "Betriebsnachfolge im Handwerk" durchgeführt. Die Umfrageergebnisse verdeutlichen die große Bedeutung der Betriebsnachfolge für das Handwerk:

  • In den kommenden fünf Jahren plant beinahe jeder vierte Inhaber seinen Betrieb an einen Nachfolger zu übergeben (18,2 Prozent) oder zu schließen (6,6 Prozent).
  • Bei den kleineren Handwerksbetrieben mit bis zu vier Beschäftigten ist der Anteil der Inhaber, die ihren Betrieb in den kommenden fünf Jahren schließen wollen, deutlich höher als bei den größeren Handwerksbetrieben. Betriebe mit mehr als vier Beschäftigten suchen wesentlich häufiger einen Betriebsnachfolger. Mehr als jeder vierte dieser Betriebe soll in den nächsten fünf Jahren übergeben werden.
  • Die größte Hürde für einen erfolgreichen Übergabeprozess stellt aktuell für die Betriebsinhaber im Handwerk die Suche nach einem geeigneten Nachfolger dar (26,8 Prozent). Davon sind besonders die mittelgroßen Handwerksbetriebe mit fünf bis neunzehn Beschäftigten betroffen, von denen jeweils mehr als ein Drittel diese Hürde benennt.
  • Kleinere Betriebe mit bis zu vier Beschäftigten stellt vor allem ihre Ertragsschwäche vor Probleme bei der Betriebsübergabe.

Die Antworten der Handwerksbetriebe wurden in einem Online-Umfragemodul erfasst. Dabei wurden die Betriebe in unterschiedlicher Form kontaktiert (postalisch, per E-Mail, telefonisch und per Newsletter) und konnten die Form der Rückantwort (postalisch, per Fax oder Online) wählen. Insgesamt haben sich 9.234 Betriebe an der Umfrage beteiligt. Da sich - wie bei den meisten Umfragen üblich - größere Unternehmen relativ häufiger beteiligt haben als kleinere, wurden die Gesamtergebnisse anhand aktueller Beschäftigtengrößenzahlen gewichtet und hochgerechnet.

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Betriebsnachfolge im Handwerk
(PDF)
Ergebnisse einer SU bei Handwerksbetrieben - 1. Quartal 2015; ZDH; September 2015