13.07.2005

Beschäftigungspotentiale im Handwerk

Ergebnisse der ZDH-Umfrage zu "Beschäftigungspotentialen im Handwerk" bei Handwerksbetrieben im 3. Quartal 2001.

Der strukturelle Wandel im Handwerk hat sich in der Vergangenheit stark beschleunigt. Dies zeigt sich nicht zuletzt an den handwerklichen Arbeitsmärkten, die seit einigen Jahren immer stärker auseinander laufen: Einerseits gehen seit 1996 vor allem in den krisengeschüttelten Gewerken des Bau- und Ausbauhandwerks, aber auch in den vom Bau abhängigen Bereichen des Elektro- und Metallgewerbes aufgrund der stark rückläufigen Bauinvestitionen kontinuierlich Arbeitsplätze verloren. Andererseits melden immer mehr Betriebe, dass sie offene Stellen insbesondere für Fachkräfte, aber auch für An- und Ungelernte sowie für Auszubildende nicht besetzen können.

Nicht besetzbare Stellen stehen allerdings nicht nur einer positiveren Beschäftigtenentwicklung im Handwerk entgegen, vielmehr können sie Investitionen und Wachstum in den Betrieben bremsen und den strukturellen Wandel im Handwerk behindern. Dabei ist bereits jetzt absehbar, dass sich die aktuelle Problemlage aufgrund der demographischen Entwicklung in der Zukunft noch deutlich verstärken wird.

Zum Ausmaß der offenen Stellen im Handwerk und zu den mit der Besetzung verbundenen Ursachen und Problemen lagen bislang nur unzureichende Informationen vor. Vor diesem Hintergrund hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit 33 Handwerkskammern im Rahmen der Konjunkturumfrage für das dritte Quartal 2001 eine Sonderumfrage zu den "Beschäftigungspotentialen im Handwerk" durchgeführt. Zielsetzung war es herauszufinden, in welchem Ausmaß die Handwerksbetriebe Fachkräfte, An- und Ungelernte sowie Auszubildende suchen und aus welchen Gründen die offenen Stellen nicht besetzen können. Von besonderem Interesse war dabei die Verteilung auf die einzelnen Handwerkszweige und auf die Regionen. An der Umfrage haben sich knapp 15.000 Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet mit über 200.000 Beschäftigten beteiligt. Die regionale Repräsentativität ist durch die Beteiligung von 10 ostdeutschen und 23 westdeutschen Handwerkskammerbezirken gewährleistet.