13.07.2005

Auslandsaktivitäten von Handwerksbetrieben

Ergebnisse der ZDH-Umfrage zu Auslandsaktivitäten bei Handwerksbetrieben im 1. Quartal 2000.

Der Abbau von Hemmnissen für das grenzüberschreitende Angebot von Waren und Dienstleistungen hat in der Vergangenheit die weltweite Arbeitsteilung grundlegend verändert und den Wettbewerbsdruck auf den Märkten stark intensiviert. Die rasante Verbreitung und Nutzung der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien fördert zudem die Möglichkeiten des internationalen Austauschs von Waren und Dienstleistungen erheblich.

Die Wirkungen der Globalisierung sind inzwischen in allen Wirtschaftsbereichen zu spüren, nicht zuletzt auch im Handwerk: Eine immer höhere Anzahl von - z.T. auch branchenfremden - Anbietern aus dem Ausland drängen auf die inländischen Handwerkermärkte und verschärfen den Wettbewerb.

Die Veränderungen des wirtschaftlichen Umfelds verstärken den Anpassungsdruck auf die Handwerksbetriebe. Dabei wird vielfach argumentiert, dass die KMU des Handwerks die Verlierer der Globalisierung sein werden, weil sie sehr stark regional orientiert sind und die Vorteile der Globalisierung ihnen nicht zugute kommen. Die letzten Angaben zum Auslandsengagement im Handwerk lieferte die Handwerkszählung von 1995: Im Jahr 1994 wurden lediglich 1,8 Prozent des Gesamtumsatzes des Handwerks im Ausland erzielt; 1.313 von 563.204 erfaßten Vollhandwerks-Unternehmen lieferten ihre Waren und Dienstleistungen überwiegend ins Ausland. Eine mangelnde Nutzung der Chancen des Auslandsgeschäftes reduziert die Wachstumsperspektiven des Handwerks erheblich.

Mit der Zielsetzung, neuere und differenzierte Angaben über das Auslandsengagement der Betriebe zu erhalten, hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks in Zusammenarbeit mit 29 Handwerkskammern im Rahmen der Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2000 eine Sonderumfrage zu den Auslandsaktivitäten von Handwerksbetrieben durchgeführt. Dazu wurden die Betriebe in fünf Frageblöcken befragt, ob und in welchem Ausmaß sie im Ausland verkaufen bzw. einkaufen, wie sich ihre Auslandsaktivitäten in der Vergangenheit entwickelt haben und wie ihre Planungen für die Zukunft aussehen. Darüber hinaus wurden die Betriebe zu den Regionen befragt, in denen sie Geschäftsbeziehungen unter-halten, und ob sie dabei mit ausländischen Partnern zusammenarbeiten. Abschließend wurde um Angaben gebeten, welche Hemmnisse einem stärkeren oder erstmaligem Auslandsengagement entgegenstehen. An der Umfrage waren 21 Handwerkskammern aus dem alten Bundesgebiet und 8 aus den neuen Bun-desländern beteiligt; dabei ist das Verhältnis zwischen den an den Außengrenzen Deutschlands liegenden Kammern und den Binnenkammern ausgewogen. Rund 9.700 Betriebe sind in der Umfrage erfaßt.