13.07.2005

Ausbildungssituation im Handwerk

Ergebnisse der ZDH-Umfrage zur Ausbildungssituation in Handwerksbetrieben im 3. Quartal 2003.

Humankapital ist in jeder Volkswirtschaft, insbesondere aber in hochentwickelten Volkswirtschaften wie Deutschland, die maßgebliche Voraussetzung für Wachstum und Beschäftigung. Erst mit der kontinuierlichen und auf hohem Niveau laufenden Aus- und Weiterbildung seiner Menschen können sich weit entwickelte Volkswirtschaften und Hochlohnländer im internationalen Wettbewerb behaupten, indem sie Güter und Dienstleistungen anbieten, die aus Wissensvorsprüngen resultieren. Exzellent ausgebildete Mitarbeiter sind zudem die wichtigste Voraussetzung für produktive Unternehmen. Und nicht zuletzt ist eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung auch ein Schutz vor Erwerbslosigkeit.

as Handwerk leistet einen im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen überproportionalen Beitrag zur hohen Qualifikation der Arbeitnehmer in Deutschland, dabei insbesondere im Bereich der Ausbildung. So stellen die Handwerksbetriebe aktuell alleine rund 33 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland zur Verfügung, obwohl der Anteil der im Handwerk Beschäftigten an den Erwerbstätigen "nur" bei rd. 14 Prozent liegt. Trotz schwierigster wirtschaftlicher Bedingungen in Form von stark rückläufigen Umsätzen und einem erheblichen Personalabbau in den vergangenen Jahren werden die Betriebe damit auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nach wie vor mehr als gerecht.

Allerdings hat die Bundesregierung trotz der erheblichen Ausbildungsanstrengungen des Handwerks und seiner nachgewiesenen Verantwortung der Wirtschaft insgesamt eine Ausbildungsplatzabgabe angedroht, obwohl 96 Prozent der Bewerber ein Ausbildungsangebot erhalten haben.

Vor diesem Hintergrund hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit 37 Handwerkskammern im Rahmen seiner Konjunkturumfrage für das dritte Quartal 2003 eine Umfrage zur „Ausbildungssituation im Handwerk“ durchgeführt, um konkrete Anhaltspunkte über die Entwicklung des Lehrstellenangebotes im Handwerk zu ermitteln sowie die Gründe für das Ausbildungsverhalten der Betriebe näher zu beleuchten. Darüber hinaus sollte auch herausgefunden werden, welche Planungen die Betriebe für das kommende Ausbildungsjahr haben und wie sich ihr Ausbildungsverhalten änderte, wenn die angedrohte Ausbildungsplatzabgabe umgesetzt werden würde. An der Umfrage haben sich knapp 19.000 Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet mit über 260.000 Beschäftigten beteiligt, die zum Zeitpunkt der Umfrage über 21.000 junge Menschen ausbildeten. Die regionale Repräsentativität ist durch die Beteiligung von 11 ostdeutschen und 26 westdeutschen Handwerkskammerbezirken gewährleistet.

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