05.02.2009

Ausbildungssituation im Handwerk

Ergebnisse der ZDH-Umfrage bei Handwerksbetrieben im 1. Quartal 2009

In einer hochentwickelten Volkswirtschaft wie Deutschland sind Bildung und Ausbildung der zentrale Schlüssel für Wachstum und dauerhaften Wohlstand. Exzellent ausgebildete Mitarbeiter sind die wichtigste Voraussetzung für produktive Unternehmen. Nur durch sie lassen sich Wettbewerbsvorsprünge erreichen und halten. Aber eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung hat nicht nur eine erhebliche betriebliche und gesamtwirtschaftliche Bedeutung, sondern sie ist zugleich der beste Schutz des Einzelnen vor Erwerbslosigkeit.

Das Handwerk leistet nach wie vor einen im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen überproportionalen Beitrag zur hohen Qualifikation der Arbeitnehmer in Deutschland, dabei insbesondere im Bereich der Ausbildung. So stellen die Handwerksbetriebe aktuell alleine knapp 30 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland zur Verfügung, obwohl der Anteil der im Handwerk Beschäftigten an den Erwerbstätigen "nur" bei rd. 12 Prozent liegt. Wie hoch die Ausbildungsbereitschaft generell ist, zeigte sich in den Krisenjahren bis 2005, als die Handwerksbetriebe einen großen Teil ihrer Belegschaft abbauen mussten, die Ausbildungsbereitschaft aber auf hohem Niveau blieb.  

Allerdings befindet sich die deutsche Volkswirtschaft im Frühjahr 2009 voll im Sog der stärksten Wirtschaftskrise seit dem zweiten Weltkrieg. Vor allem die Industrie ist durch massive Nachfragerückgänge betroffen und musste ihre Produktion zum Teil drastisch zurückfahren. Viele Großunternehmen haben ihre Ausbildungspläne zurückgeschraubt. Damit mehren sich die Befürchtungen, dass sich auch das Handwerk der Krise nicht entziehen kann und sich bei der Ausbildung schon im kommenden Ausbildungsjahr spürbar zurückhalten könnte.

Vor diesem Hintergrund hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks gemeinsam mit 35 Handwerkskammern im Rahmen seiner Konjunkturumfrage für das erste Quartal 2009 eine Umfrage zur „Ausbildungssituation im Handwerk“ durchgeführt, um konkrete Anhaltspunkte über die Entwicklung des Lehrstellenangebotes im Handwerk zu ermitteln sowie die Gründe für das Ausbildungsverhalten der Betriebe näher zu beleuchten. Insbesondere sollte herausgefunden werden, welche Planungen die Betriebe für das kommende Ausbildungsjahr haben und welche Gründe ihre Ausbildungsentscheidungen am stärksten beeinflussen. An der Umfrage haben sich knapp 13.300 Betriebe aus dem gesamten Bundesgebiet mit über 186.000 Beschäftigten beteiligt. Die regionale Repräsentativität ist durch die Beteiligung von 8 ostdeutschen und 27 westdeutschen Handwerkskammerbezirken gewährleistet

Zum Herunterladen

Ausbildungssituation im Handwerk
(PDF)
Ergebnisse einer SU bei Handwerksbetrieben - 1. Quartal 2009