13.07.2005

Ausbildungshemmnisse im Handwerk

Ergebnisse der ZDH-Umfrage bei Handwerksbetrieben im 1. Quartal 1998.

Die Handwerksbetriebe stellen derzeit fast 40 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland bereit, obwohl der Anteil der im Handwerk Beschäftigten an den Erwerbstätigen "nur" bei rd. 20 Prozent liegt. Sie leisten damit einen im Vergleich zu anderen Wirtschaftsbereichen überdurchschnittlichen Beitrag zur beruflichen Qualifikation junger Menschen in Deutschland. Die Handwerksbetriebe sind sich dabei ihrer Verantwortung bewußt, den auf den Arbeitsmarkt kommenden Jugendlichen eine hochqualifizierte Ausbildung anzubieten: Von 1990-1995 ist die Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverhältnisse kontinuierlich von 190.997 (1990) auf 225.886 im Jahr 1995 gestiegen. Vor allem aber haben die Handwerksbetriebe ihre Ausbildungsfähigkeit und -bereitschaft nach der zu Jahresbeginn 1996 einsetzenden konjunkturellen Rezession im Handwerk bewiesen: Trotz starker Auftragsrückgänge und Umsatzeinbrüche haben sie die Ausbildungsintensität nahezu konstant gehalten. Zum Jahresende 1997 wurden 219.819 neue Ausbildungsverhältnisse im Handwerk registriert.

Auch in der Zukunft kommt der beruflichen Qualifikation Jugendlicher eine wesentliche Bedeutung für die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft und für die Qualität des Standorts Deutschland zu. Hochqualifizierte Arbeitskräfte sind ein zentraler Wettbewerbsvorteil jeder hochentwickelten Volkswirtschaft und ein wichtiger Baustein produktiver Unternehmen. Und nicht zuletzt ist eine qualitativ hochwertige Berufsausbildung auch ein Schutz vor Erwerbslosigkeit. In der Zukunft wird der Ausbildungsbedarf in Deutschland somit noch zunehmen. Bis 2005 wird der Bedarf zudem aufgrund demographischer Entwicklungen weiter steigen.

Der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat in Zusammenarbeit mit 39 Handwerkskammern im Rahmen der Konjunkturumfrage für das erste Quartal 1998 eine Sonderumfrage zu den Ausbildungshemmnissen im Handwerk durchgeführt, um die aus betrieblicher Sicht bestehenden Ausbildungshemmnisse zu hinterfragen und damit den Grundstein für politische Reformen der Rahmenbedingungen der beruflichen Ausbildung zu legen. Die Handwerksbetriebe wurden befragt, welche Gründe derzeit einer stärkeren Ausbildungsleistung entgegenstehen. An der Umfrage waren 26 Kammern aus dem alten Bundesgebiet und 13 aus den neuen Bundesländern beteiligt. Rund 16.200 Betriebe sind in der Umfrage erfaßt.

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