22.11.2006

Angebot der Bürgschaftsbanken

Für Investitionen, egal in welcher Höhe, werden in der Regel Kredite benötigt; die gibt es aber kaum noch ohne Sicherheiten.

Oftmals scheitern Investitionskreditanträge im Handwerk an fehlenden / unzureichenden Sicherheiten. Einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten die Bürgschaftsbanken, die Sicherheiten für Kreditvorhaben offerieren. Gründer und Träger der Bürgschaftsbanken sind Selbstverwaltungsorganisationen der Wirtschaft wie z.B. Kammern und Länder. Durch Unterstützung aus Bund und Ländern in Form von Rückgarantien sind die gestellten Sicherheiten als erstklassig einzustufen.

Bürgschaftsbanken übernehmen Ausfallbürgschaften für Unternehmensgründungen und –beteiligungen, Erweiterungen bereits bestehender Unternehmen, Betriebsverlegungen oder für die Finanzierung von Aufträgen, Warenlagern und Maschinen sowie für die Leasingfinanzierung. Der Bürgschaftsanteil der Bürgschaftsinstitute beträgt maximal 80% des Kreditbetrages, wobei eine Obergrenze von 1 Mio. € pro Unternehmen nicht überschritten wird, bei einer Laufzeit von bis zu 15 Jahren (bei Bauvorhaben bis zu 23 Jahre). Die Ausfallbürgschaften werden von den Banken als vollwertige Sicherheiten anerkannt, so dass bei den Hausbanken nur ein verhältnismäßig geringes Restrisiko verbleibt. Entscheidend für die Bewilligung einer Bürgschaft sind in erster Linie unternehmerische Qualitäten sowie die Erfolgsaussichten des geplanten Vorhabens.

Antragsweg:

Der Unternehmer stellt gemeinsam mit seiner Hausbank einen Bürgschaftsantrag beim Bürgschaftsinstitut. Die notwendigen Unterlagen werden dabei mit einer Stellungnahme der Hausbank an dieses Institut weitergeleitet. Zu den notwendigen Unterlagen gehören insbesondere:

  1. Darstellung des Vorhabens / Unternehmens
  2. Investitions- und Finanzierungsplan
  3. Jahresabschlüsse der letzten 2 Jahre
  4. Rentabilitätsvorschau
  5. Selbstauskünfte der Unternehmer  

Programm – Bürgschaft ohne Bank (BoB):

In einer Bandbreite von 50.000,- bis 240.000,- € erklären Bürgschaftsbanken auch ohne Antrag einer Hausbank, nach Prüfung des Unternehmerkonzepts, die Übernahme einer 80%igen Ausfallbürgschaft. In diesem Fall können Sie den Bürgschaftsantrag also direkt beim Bürgschaftsinstitut stellen. Sie erhalten dann eine Bürgschaftsurkunde und haben in der Regel 30 Tage Zeit, eine Hausbank für Ihr Vorhaben zu finden. Erfahrungsgemäß sind die Hausbanken gerade im kleinteiligen Kreditgeschäft viel eher bereit, Ihren Kreditwunsch zu bearbeiten und positiv zu begleiten, wenn Sie zum Bankgespräch bereits die Sicherheiten in Form der Bürgschaftsurkunde dabei haben. Zudem ist die Bürgschafsurkunde für die Hausbank ein „Signal“, dass Ihr Unternehmen bereits von kompetenter Stelle geprüft und für gut befunden wurde.

Das BoB-Programm wird von der Mehrzahl der Bürgschaftsinstitute im Bundesgebiet angeboten, wobei die jeweiligen Bürgschaftshöhen jedoch differieren. Die für Sie zuständige Bürgschaftsbank informiert Sie gern, über das für Sie gültige BoB-Programm. Eine Adressliste aller Bürgschaftsbanken erhalten Sie unter beigefügten Links.

Nützliche Links zu diesem Thema:

Anschriften Bürgschaftsbanken (Stand Januar 2013)
Verband Deutscher Bürgschaftsbanken (VDB)