12.09.2005

Leasing

Bis Anfang der 90iger Jahre hatte Leasing ein eher zweifelhaftes Image. In Zeiten abnehmender Kreditfinanzierung des Mittelstandes durch die Banken und mit dem Inkrafttreten von Basel II in Sichtweite, erlangt die Finanzierungsalternative Leasing eine noch größere Bedeutung als bisher. Der Trend zur Finanzierung durch Leasing setzt sich unvermindert fort (schon im Jahr 2001 nutzten 25% der Handwerksbetriebe Leasingangebote). Leasing beschränkt sich dabei schon längst nicht mehr auf Fahrzeug- und EDV-Leasing, gleichwohl diese sich immer noch für den Hauptumsatz der Branche verantwortlich zeigen. Inzwischen kann fast alles geleast werden, was ein Betrieb für sein tägliches Geschäft braucht.
 
Bevor es zum Vertragsschluss kommt wird beim Leasing, genau wie bei einer Kreditfinanzierung auch, der Leasingnehmer einer Bonitätsprüfung unterzogen. Geleast werden kann inzwischen sowohl beim Hersteller selbst, sogenanntes Direktleasing, über Leasinggesellschaften, indirektes Leasing oder auch über Kreditinstitute.  Die Vielzahl der Möglichkeiten zeigt schon, dass vor einer Entscheidung eine sorgfältige Abwägung der Alternativen vorgenommen werden sollte. Aufgrund teils mangelnder Vergleichbarkeit ist es oftmals schwer Aussagen bezüglich der Wirtschaftlichkeit des Leasing zu treffen. Betriebsberater der Handwerkskammern können helfen, die vielen Möglichkeiten vergleichbar zu machen.

Vorteile des Leasing:

  1. Verbesserung der Eigenkapitalquote, da das geleaste Gut beim Leasinggeber bilanziert wird
  2. steuerliche Absetzbarkeit der Leasingraten als Betriebsausgaben
  3. zusätzliche Servicepakete, wie Wartung, Reparatur oder Versicherung der Güter
  4. Verbesserung der Liquidität, wenn mit dem Gut höhere Erträge erwirtschaftet werden als die Leasingraten
  5. Betrieb bleibt auf dem neuesten Stand der Technik
  6. Reduzierung des Fehlkaufrisikos

Nachteile des Leasing:

  1. höhere Kosten als beim Direkterwerb
  2. Erhöhung der monatlichen Fixkosten
  3. kein Erwerb des Gutes
  4. keine Sonderabschreibungen möglich

Leasingarten:

  1. Operating-Leasing
  • ähnelt einem normalen Mietvertrag
  • der Leasinggeber bleibt Eigentümer des Objektes und trägt somit die Risiken
  • Wartung, Versicherung und Reparaturen übernimmt der Leasinggeber
  • kurze Laufzeit der Verträge

2.   Finanzierungsleasing

  • Leasinggeber bleibt Eigentümer des Objektes
  • Grundmietzeit ohne Kündigungsmöglichkeit
  • Risiko und Verantwortung für das Objekt liegen beim
    Leasingnehmer               

3.   Vollamortisationsverträge

  • Leasingnehmer deckt durch Ratenzahlung bereits in der Grundmietzeit die gesamten Kosten des Objekts
  • nach Ablauf der Grundmietzeit kann der Leasingnehmer das Objekt übernehmen oder es wird ein Leasingvertrag über ein neues Objekt geschlossen

4.   Teilamortisationsverträge

  • Ratenzahlungen des Leasingnehmers decken in der Grundmietzeit nicht die gesamten Kosten ab
  • nach Ablauf der Grundmietzeit besteht die Möglichkeit das Objekt zu einem vorher ausgehandelten Festpreis zu erwerben

5.   Sale-and-lease-back Verträge

  • künftiger Leasingnehmer kauft Objekt beim Hersteller
  • anschließend wird das Objekt an eine Leasinggesellschaft verkauft und von dieser dann geleast
  • sowohl mit neuen als auch mit gebrauchten Objekten durchführbar, bei gebrauchten Objekten besteht die Möglichkeit der Realisierung stiller Reserven, sofern der Verkaufserlös über dem Buchwert des Objektes liegt

Nützliche Links zu diesem Thema:

www.vr-leasing.de
www.sparkassen-leasing.de