Stromwende

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Die EEG-Kosten müssen nachhaltig sinken

Handwerksbetriebe müssen sich auf die Stromversorgung verlassen und diese bezahlen können. Wenngleich die Energiewende Netzbetreiber vor große Herausforderungen stellt, ist die deutsche Stromversorgung im internationalen Vergleich noch immer sehr gut. Vergleicht man jedoch die Stromkosten mit denen anderer Länder, landet Deutschland auf einem der letzten Plätze. Dies liegt vor allem an den staatlichen Strompreisbestandteilen. So entfallen alleine auf Steuern, Abgaben und Umlagen rund 55 Prozent. Hinzu kommen weitere 26 Prozent für die Netzentgelte. Lediglich 19 Prozent der Stromkosten entfallen auf die eigentliche Stromerzeugung. Einer der größten staatlichen Stromkostenblöcke ist die EEG-Umlage, welche seit 2012 von 3,59 ct/kWh auf 6,79 ct/kWh im Jahr 2018 steigen wird. Die aus politischen Gründen eingeführte EEG-Umlage generiert mittlerweile rund 25 Mrd. Euro EE-Förderkosten, welche von allen Stromverbrauchern gleichermaßen bezahlt werden – außer den Unternehmen, die aufgrund der "Besonderen Ausgleichsregelung" eine vergünstigte Umlage bezahlen. Diese Begünstigungen belaufen sich auf rund 4,7 Mrd. Euro und sind auch von den Handwerksbetrieben zu bezahlen. Die Begünstigungen verzerren den Wettbewerb zwischen den Marktakteuren. Deshalb fordert der ZDH, dass die Förderung Erneuerbarer Energien beginnend mit den Kosten für die Besondere Ausgleichsregelung stufenweise in den Bundeshaushalt überführt und damit von allen Marktakteuren in gleicher Weise finanziert wird.

Ohne Digitalisierung keine Energiewende

Mit der Energiewende steigt die Komplexität der Energieversorgung in bisher nicht dagewesener Weise. Durch die zunehmende Einspeisung fluktuierender erneuerbarer Energien wird das Versorgungssystem selbst volatiler. Damit werden immer mehr situationsabhängige Anpassungen zwischen erzeugter und benötigter Energie erforderlich. Werden des Weiteren neue Stromverbraucher, wie Elektrofahrzeuge, in das System integriert, um beispielsweise als flexible Lasten zu dienen, werden die Abstimmungs- und Steuerungsprozesse zwischen Stromangebot und Stromnachfrage so komplex, dass sie nur noch mit Hilfe digitaler Messe- und Regelungsverfahren beherrschbar sind.

Das durch die Bundesregierung im August 2016 beschlossene Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende setzt hierfür den Rahmen, indem es einen Roll-out-Plan für digitale Messsysteme vorsieht. Auch Handwerksbetriebe sind von der sukzessiven Umrüstung der installierten Messsysteme betroffen. Dabei sind nicht nur die höheren Kosten für die digitalen Messinstrumente von betrieblicher Relevanz. Vielmehr gehen mit der digitalen Energieverbrauchserfassung Chancen des effizienten und transparenten Energiemanagements einher. So können Handwerksbetriebe neue auf den digitalen Verbrauchsdaten basierende Dienstleistungen entwickeln und anbieten.

Damit Handwerksbetriebe diese Chance nutzen können, fordert der ZDH einen mit den Netz- und Messstellenbetreibern gleichberechtigten Zugang zu den digital erfassten Daten.