Energieeffizienz im Betrieb

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Der innerbetriebliche Energieverbrauch spielt für energieintensive Gewerke, wie bspw. Bäcker, Fleischer oder Tischler eine zentrale Rolle. Dies liegt daran, dass die Energiekosten, im Fall der Bäcker bis zu 9,9 Prozent an den Gesamtkosten ausmachen. Bei Fleischern sind es beispielsweise 9,4 Prozent und bei Tischlern 9 Prozent (Quelle: DHI: Energiekosten, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Handwerk, Eine Auswertung der ZDH-Energieumfrage, 2016, S. 9). Es zeigt sich, dass sich rund 15 Prozent der Handwerksbetriebe zum innerbetrieblichen Energieverbrauch beraten lassen (Quelle: DHI: Energiekosten, Energieeffizienz und Nachhaltigkeit im Handwerk, Eine Auswertung der ZDH-Energieumfrage, 2016, S. 16). Die Nachfrage nach einer Energieeffizienz-Beratung hängt dabei nicht nur von der Energieintensität des jeweiligen Betriebes, sondern auch von der Anzahl der Mitarbeiter ab. So zeigt sich, dass von den Unternehmen mit 20 Beschäftigten rund 20 Prozent der Betriebe eine Energieeffizienz-Beratung beauftragen, während bei Betrieben mit mehr als 100 Mitarbeitern bereits 40 Prozent der Betriebe eine solche Dienstleistung in Anspruch nehmen.

Diese Sensibilität größerer Handwerksbetriebe für das betriebliche Energieeffizienz-Potenzial findet sich aufgrund der geringen Personalstärke in kleineren Handwerksbetrieben seltener. Doch auch bei diesen kleineren Betrieben, die rund 80 Prozent der Handwerksbetriebe in Deutschland ergeben und im Schnitt fünf Mitarbeiter haben, liegt teilweise eine hohe Energieintensität vor. Gerade auch vor diesem Hintergrund setzt sich der ZDH über die Handwerksinitiative Energieeffizienz hinausgehend in Initiativen zur Steigerung der innerbetrieblichen Energieeffizienz ein. Dabei sind im Wesentlichen die Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz, sowie die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke zu nennen.

Im Netzwerk effizient zur Effizienz

Ziel von Energieeffizienz-Netzwerken ist es, dass teilnehmende Unternehmen kostengünstig und gemeinschaftlich ihre Energieeffizienz und damit die Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsfähigkeit steigern. Daher haben der ZDH, die Bundesregierung und weitere Verbände der Wirtschaft bereits 2014 eine Vereinbarung über die Einführung von Energieeffizienz-Netzwerken unterzeichnet und damit die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke gestartet.

Da die Mitarbeit in Energieeffizienz-Netzwerken bei allen Vorteilen personellen und organisatorischen Aufwand mit sich bringt, übersteigen die Kosten der Netzwerkteilnahme, gerade bei Unternehmen mit weniger als 80.000 Euro Jahresenergiekosten, häufig den Nutzen.

Gerade kleinere Unternehmen, mit durchschnittlich fünf Mitarbeitern, sind der Art strukturiert, dass das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Energieeffizienz-Netzwerke oft suboptimal ist. Dennoch hat das Handwerk in energieintensiven Gewerken Effizienzpotenziale identifiziert, die in für kleine Betriebe passend ausgestalteten Energieeffizienz-Netzwerken effizient  gesteigert werden können.

Daher hat sich der ZDH für passend ausgestaltete Energieeffizienz-Netzwerk-Formen und insofern, für eine Verbesserung des Kosten-Nutzen-Verhältnisses solcher Energieeffizienz-Netzwerke eingesetzt. Dabei verknüpft das Handwerk sein Engagement im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz mit seinen Aktivitäten im Kontext der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke. Im Ergebnis können die Einrichtungen der Handwerksorganisation, wie bspw. die Kammern, Kreishandwerkerschaften, Innungen etc. als Träger eines Netzwerkes fungieren. Auch dürfen die entsprechend qualifizierten Mitarbeiter der Kammern und Verbände als Netzwerkmoderatoren auftreten. Zudem können die im Rahmen der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz entwickelten Energieeffizienz-Instrumente, wie beispielsweise das Energiebuch, seitens der Berater der Kammern und Verbände zur Netzwerkarbeit eingesetzt werden.

Das erste Energieeffizienz-Netzwerk im Handwerk, wurde von den Essener Unternehmerfrauen des Handwerks gegründet und fachlich durch das Umweltzentrum der Handwerkskammer Düsseldorf unterstützt. So wurde das engagierte Netzwerkteam bei der Jahresveranstaltung der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke ausgezeichnet.

Die Essener Unternehmerfrauen mit deren 1. Vorsitzenden Waltraut Schöne und dem Vorstandvorsitzenden der Energiegenossenschaft Rhein-Ruhr e.G. Gerfried Bohlen. © Hwk Düsseldorf

Das erste Netzwerk welches nach den Empfehlungen für Energieeffizienz-Netzwerke für kleinere Unternehmen arbeitet, wurde im Ende 2016 durch die Handwerkskammer Ulm und dessen WBZU gegründet.  

Mitglieder des Energieeffizienznetzwerkes der Hwk Ulm und des WBZU, mit dessen Leiter Rolf Schäfer. © WBZU

Handwerk macht sich stark für Energiewende und Klimaschutz

Im Rahmen der durch den ZDH mitinitiierten und mitgetragenen Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz haben sieben Umweltzentren des Handwerks zwischen 2013 und 2015 zunächst für ausgewählte energieintensive Gewerke, praxistaugliche Energieeffizienzinstrumente entwickelt und erprobt. Mit den Instrumenten sollen die Energieeffizienzpotenziale im Betrieb sicher identifiziert und gehoben werden können. Seit 2016 tragen der ZDH und die Umweltzentren des Handwerks, die entwickelten Energieeffizienzinstrumente in die Handwerksorganisation.

Insbesondere das Energiebuch ist, als erster und eigens für das Handwerk entwickelter Beratungsstandard, hervorragend zur Information der Betriebe geeignet. Das Energiebuch kann zudem als "Netzwerkarbeitsbuch" für die Initiative Energieeffizienz-Netzwerke genutzt werden und bildet alle Erfordernisse des Alternativen System der Anlage II der SpaEfV ab. Durch den modularen Aufbau des Energiebuches ist es die ideale Basis für eine eventuell gewünschte Zertifizierung.

Wie ein Handwerksbetrieb im Zuge der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz aufgestellt werden kann, zeigen die Videos in der linken Spalte.

Der ZDH ist Träger der

Der ZDH ist Partner der

Der energieeffiziente Friseursalon

Der energieeffiziente Metallbaubetrieb

Die energieeffiziente Tischlerei

Die energieeffizienzte Fleischerei

Die energieeffiziente Bäckerei

Die energieeffiziente Textilreinigung/Wäscherei

Ihr Ansprechpartner

Michel Durieux

Energiepolitik
Tel.: 030/20619-267
Fax: 030/2061959-267
durieux(at)zdh.de