SYMPOSIUM: EXPERIMENTIERFELD STADT

Unsere Städte müssen lebendig, vielfältig und wirtschaftlich dynamisch bleiben. Sie sollen für das Wohnen genauso attraktiv sein wie für Handel, Handwerk und Gewerbe. Diese Mischung gehört zur Kultur der europäischen Stadt. Um Strategien zur Sicherung dieser Grundbedingungen an eine moderne und nachhaltige Stadtentwicklung zu erarbeiten, trafen sich im Haus der Deutschen Wirtschaft Stadtentwicklungsexperten und Vertreter von Wirtschaftsverbänden zum Symposium „Experimentierfeld Stadt". Das Symposium fand statt als Kooperation von Deutschem Industrie- und Handelskammertag, Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Handelsverband Deutschland, Deutschem Städtetag und Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH).  

Der ZDH bot mit seinen Veranstaltungen zum Thema „Handwerk und Gewerbe in der Stadt“, ein Forum für Vertreter der Handwerksorganisationen, der Kommunen und Ministerien sowie der Wissenschaft, um die wichtige Rolle von Handwerk und Gewerbe in den Städten zu diskutieren. Gleichzeitig wurde die zunehmende Bedrohung der städtischen Gewerbestandorte durch Umnutzung und strenger werdende bau- und umweltrechtliche Regelungen verdeutlicht. Beispiele aus Berlin, Leipzig, Stuttgart und Nordrhein-Westfalen zeigten jedoch innovative und erfolgreiche Ansätze zur Sicherung und Neuentwicklung von kleinteiligen Gewerbeflächen in den Städten: Räumlich übergreifende strategische Konzepte sowie enge Kooperationen der örtlichen Akteure unter Einbeziehung der Handwerksorganisationen haben zu positiven Ergebnissen für Betriebe und ganze Stadtteile geführt.  

Herrmann Eiling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster, thematisierte in seinem Impulsvortrag den unverzichtbaren Beitrag des Handwerks für funktionsfähige Städte. Bewohner und Gewerbetreibende profitierten in der nutzungsgemischten Stadt der kurzen Wege voneinander. Baurecht und Stadtentwicklungsprogramme müssten noch stärker auf die Sicherung der Stadtortbedingungen städtischer Gewerbestandorte  ausgerichtet werden. Für einen Erfolg ist jedoch auch ein Bewusstseinswandel hin zu mehr Akzeptanz für Handwerk in den Städten notwendig. Eiling forderte die Kommunen zu mehr Mut bei der Sicherung und Neuentwicklung von Handwerksstandorten auf. „Dieser Mut wird belohnt. Es besteht die Möglichkeit, lebendige Stadtstrukturen zu sichern oder wiederzuschaffen. Sie bieten komfortable Lebensbedingungen, bei denen sich Jung und Alt wohlfühlen können. Das Handwerk ist: ‚Die Wirtschaftsmacht von nebenan.’ Es ist auch städtebaulich ein Segen, einige Handwerker nebenan zu haben", so Eiling.  

Der ZDH wird die Erkenntnisse des Symposiums dokumentieren und in die weitere Diskussion um die Ausrichtung der Städtebauförderung und in die Vorbereitung der Novellierung des Baurechts einfließen lassen.  

EXPERIMENTIERFELD STADT

DOKUMENTATION DER VERANSTALTUNG VOM 25. JANUAR 2010

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