Handwerk und Stadtentwicklung

Das Handwerk ist traditionell ein besonders eng mit den Städten verbundener Wirtschaftsbereich. Auch die Innenstädte sind noch immer ein wichtiger Standort zahlreicher Handwerksbetriebe aus den verschiedensten Gewerken. Die vor Ort ansässigen Unternehmer wünschen den Erhalt dieser Standorte, um auch für die Zukunft die Nähe zu ihren Kunden sichern zu können.

Für innerstädtische Handwerksbetriebe haben sich in den letzten Jahren die Möglichkeiten zur Standortsicherung und Weiterentwicklung jedoch zunehmend verschlechtert. Die weitere mittelstandsgerechte Ausgestaltung der Rahmenbedingungen der Stadtentwicklung ist für das Handwerk deshalb von großer Bedeutung.   


 

Positionspapier "Handwerk lokal" - Perspektiven für eine handwerksgerechte Stadtentwicklungs-, Verkehrs- und Wirtschaftspolitik in Städten und Gemeinden

 

Für die Entfaltungsmöglichkeiten der Handwerksunternehmen sind die konkreten Standortbedingungen vor Ort, d.h. in den Städten und Gemeinden, eine entscheidende Voraussetzung. Das betrifft z.B. die Bauleitplanung, Standortgenehmigungen, die lokale Verkehrspolitik und den Zustand der örtlichen Infrastruktur.

Leider ist festzustellen, dass die lokalen Rahmenbedingungen vielfach schwieriger geworden sind. So sind wachsende bau- und umweltrechtliche Beschränkungen zu beobachten, eine zunehmende Konkurrenz um innerstädtische Standorte oder die Gefährdung kleinteiliger Ortsteilzentren. Umweltzonen oder die wirtschaftliche Betätigung der Kommunen beeinträchtigen die Betriebe ganz konkret.

Das Positionspapier enthält zu den einzelnen Themenfeldern jeweils eine Bestandsaufnahme sowie handwerkspolitische Forderungen und Anregungen.

„Handwerk lokal“ soll in erster Linie ein Angebot zum Dialog mit den Kommunen sein. Den Organisationen vor Ort soll das Papier Argumentationsmaterialien an die Hand geben, um mit regionalen Gemeindeverbänden und ihren Kommunen in Dialog zu treten, aber auch von den Landesregierungen Verbesserungen einzufordern.

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Nationale Stadtentwicklungspolitik

 

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung beabsichtigt seit 2006 die Schaffung einer „Nationalen Stadtentwicklungspolitik“. Auf dieser Basis sollen bestehende städtebauliche Initiativen koordiniert und stadtentwicklungspolitische Probleme auf Bundesebene intensiver verankert werden. Es sollen eine Diskussionsplattform für politische und gesellschaftliche Akteure bereitgestellt und die Voraussetzungen für eine stärkere inhaltliche Profilierung der Städtebaupolitik des Bundes (auch gegenüber den Ländern) verbessert werden.

Im Rahmen der "Nationalen Stadtentwicklungspolitik" sind Diskussionsforen, der Austausch von guten Praktiken, Forschungsvorhaben und weitere Initiativprojekte vorgesehen. Eine wichtige Rolle soll eine Kampagne "Für Stadt und Urbanität", unter Einschluss der Wirtschaft, spielen. Dies wäre auch aus Sicht des Handwerks zu begrüßen. Die Nationale Stadtentwicklungspolitik kann einen Rahmen bieten, um die mittlerweile in großer Zahl bestehenden Einzelinitiativen zu koordinieren und die Weiterentwicklung des Städtebaurechts zu diskutieren.

Der ZDH ist im Kuratorium der Nationalen Stadtentwicklungspolitik vertreten.


 

BID ("Business Improvement District")

 

BID ist ein aus den USA und Kanada stammendes Konzept, um die Abwanderung der Geschäftswelt aus den Innenstädten  zu stoppen, sie zu beleben und attraktiv zu machen für Kunden und Händler. BIDs ermögligchen  abgestimmte Maßnahmen- und Finanzierungsprogramme von Grundstückseigentümern und Gewerbetreibenden zur Steigerung der Standortattraktivität. BIDs können insbesondere für Ladenhandwerke in Einkaufslagen Bedeutung gewinnen. Mehrere Bundesländer haben bereits entsprechende Gesetze verabschiedet.  

Übersicht, zusammengestellt vom DIHK.

Stellungnahme des WHKT zum Gesetzentwurf in NRW.  


Baukultur und Denkmalpflege

 

Das Handwerk ist ein wichtiger Akteur im Bereich der Denkmalpflege. Die Fertigkeiten des Handwerks tragen entscheidend zur Sicherung des baukulturellen Erbes und zur Bewahrung nachhaltiger Stadtstrukturen bei.

Weiterführende Informationen des ZDH (Abteilung Gewerbeförderung)

Informationen des BMUB zum Programm „Städtebaulicher  Denkmalschutz“

Informationen zur Initiative Baukultur