02.03.2017

Einkommensteuer - Firmenwagenbesteuerung - Zuzahlungen des Arbeitnehmers mindern geldwerten Vorteil

Mit Urteilen vom 30. November 2016 (VI R 2/15 und VI R 49/14, veröffentlicht am  15. Februar 2017) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass Nutzungs-entgelte und andere Zahlungen des Arbeitnehmers an den Arbeitgeber für die außerdienstliche Nutzung eines betrieblichen Fahrzeugs und für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte den Wert des geldwerten Vorteils aus der Nutzungsüberlassung mindern. Dies gilt nach der neuen BFH-Rechtsprechung auch bei Anwendung der sogenannten
1%-Regelung.

Hintergrund: Der BFH war nach seiner bisherigen Rechtsprechung davon ausgegangen, dass vom Arbeitnehmer selbst getragene Kfz-Kosten nicht steuerlich berücksichtigt werden können, wenn der Nutzungsvorteil pauschal nach der 1%-Regelung (anstelle der Fahrtenbuchmethode) bemessen wird.

Der BFH hat mit den nun veröffentlichten Urteilen seine Rechtsprechung zugunsten der Steuerpflichtigen dahingehend geändert, dass künftig nicht nur ein pauschales Nutzungsentgelt, sondern auch individuelle Kosten des Arbeitnehmers   – entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung – bei Anwendung der 1%-Regelung steuerlich zu berücksichtigen sind.

Beispiel

Ein Arbeitnehmer erhält von seinem Arbeitgeber einen Dienstwagen, den er auch zu privaten Zwecken nutzen darf. Im Gegenzug übernimmt er die Kraftstoffkosten, die sich auf EUR 6.400  pro Jahr belaufen. Der geldwerte Vorteil aus der Kfz-Überlassung beträgt nach der 1%-Regelung EUR 7.100 (§ 8 Abs. 2 Satz 2 EStG i. V. m. § 6 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 EStG).

Künftig können die vom Arbeitnehmer getragenen Kraftstoffkosten bei diesem als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit berücksichtigt werden, so dass im Ergebnis der Vorteil aus der Privatnutzung lediglich EUR 700 beträgt.

Hierbei ist zu beachten, dass ein geldwerter Nachteil aus der Überlassung eines Dienstwagens nicht entstehen kann. Das heißt, dass der Wert des geldwerten Vorteils aus der Kfz-Überlassung durch Zuzahlungen des Arbeitnehmers lediglich bis zu einem Betrag von EUR 0 gemindert werden kann. Dies gilt auch dann, wenn die Eigenleistungen des Arbeitnehmers den Wert der privaten Kfz-Nutzung und der Nutzung des Fahrzeugs zu Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte übersteigen.

Ein verbleibender Restbetrag bleibt insoweit ohne steuerliche Auswirkungen und kann insbesondere nicht als Werbungskosten bei den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit abgezogen werden.

Fabian Bertram