02.03.2017

Einkommensteuer - Aufwendungen für häusliches Arbeitszimmer sind personenbezogen zu ermitteln

Mit Urteilen vom 15. Dezember 2016 (VI R 53/12 und VI R 86/13) hat der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass die Höchstbetragsgrenze für die abzugsfähigen Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer von EUR 1.250 personenbezogen anzuwenden ist, wenn mehrere Steuerpflichtige dieses häusliche Arbeitszimmer gemeinsam nutzen.

Hintergrund: Grundsätzlich kann ein Steuerpflichtiger die Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer nicht als Werbungskosten abziehen (§ 9 Abs. 5 i. V. m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 1 EStG). Dies gilt nur dann nicht, wenn für die betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht. In diesem Fall wird die Höhe der abziehbaren Aufwendungen jedoch auf EUR 1.250 begrenzt.

Der BFH war nach seiner bisherigen Rechtsprechung von einem objektbezogenen Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer ausgegangen. Danach waren die abziehbaren Aufwendungen – unabhängig von der Anzahl der das Arbeitszimmer nutzenden Personen – auf EUR 1.250 begrenzt, soweit das Arbeitszimmer nicht den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Betätigung bildet (§ 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 6b Satz 3 EStG).

Mit den oben genannten Urteilen hat der BFH seine Rechtsprechung nun zugunsten der Steuerpflichtigen geändert. Der Höchstbetrag von EUR 1.250 kann nach höchstrichterlicher Rechtsprechung nunmehr von jedem Steuerpflichtigen, der das Arbeitszimmer nutzt, in voller Höhe in Anspruch genommen werden.

Fabian Bertram