06.04.2016

Einkommensteuer - Aufhebung des BMF-Schreibens zur Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen

Mit Anwendungsschreiben vom 15. März 2016 hat das Bundesministerium der Finanzen das BMF-Schreiben zur Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen vom 29. Juni 2015 aufgehoben und den Anwendungsbereich der Gewinnrealisierungsgrundsätze drastisch eingeschränkt.

Hintergrund
Das BMF-Schreiben vom 29. Juni 2015 sah eine Übertragung der vom Bundesfinanzhof (BFH) für Abschlagszahlungen auf Planungsleistungen von Architekten aufgestellten Bilanzierungsgrundsätze auf das allgemeine Werkvertragsrecht und damit die gewinnrealisierende Bilanzierung von Abschlagszahlungen bei Werkverträgen vor.

Der ZDH hatte sich intensiv dafür eingesetzt, diese neue Verwaltungsauffassung nochmals zu überdenken und konnte das Bundesministerium der Finanzen (BMF) im Ergebnis davon überzeugen, dass die Anwendung der Urteilsgrundsätze auf Abschlagszahlungen im Rahmen von Werkverträgen zu erheblichen Problemen führt und mit den Grundsätzen ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) nicht vereinbar ist. Dementsprechend hat das Bundesministerium der Finanzen in einem Anwendungsschreiben vom 15. März 2016 erneut zur Gewinnrealisierung für Abschlagszahlungen bei Werkverträgen Stellung genommen und das BMF-Schreiben zur Gewinnrealisierung bei Abschlagszahlungen vom 29. Juni 2015 aufgehoben.

Folge
Die vom BFH aufgestellten Bilanzierungsgrundsätze gelten nur für Abschlagszahlungen nach § 8 Abs. 2 HOAI a.F. Werkverträge nach § 632a BGB und HOAI n.F. sind nicht betroffen. Von dieser Entwicklung profitieren insbesondere viele Bauunternehmen.

Luisa Luft