29.10.2015

Lohnsteuer - Behandlung von Betriebsveranstaltungen

Infolge der gesetzlichen Regelung der Besteuerung von Zuwendungen an Arbeitnehmer im Rahmen von Betriebsveranstaltungen mit dem Zollkodexanpassungsgesetz hat das Bundesministerium der Finanzen mit Schreiben vom 14. Oktober 2015 zur Lohn- und umsatzsteuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen Stellung genommen:

Unter Begriff der Betriebsveranstaltungen fallen Veranstaltungen auf betrieblicher Ebene, deren Teilnehmerkreis sich überwiegend aus Betriebsangehörigen, deren Begleitpersonen und gegebenenfalls Leiharbeitnehmern oder Arbeitnehmers anderer Unternehmen im Konzernverbund zusammensetzt.

Zuwendungen anlässlich einer Betriebsveranstaltung sind alle Aufwendungen des Arbeitgebers einschließlich Umsatzsteuer unabhängig davon, ob sie einzelnen Ar-beitnehmern individuell zurechenbar sind oder ob es sich um einen rechnerischen Anteil an den Kosten der Betriebsveranstaltung handelt, die der Arbeitgeber gegenüber Dritten für den äußeren Rahmen der Betriebsveranstaltung aufwendet. Als Aufwendungen für den äußeren Rahmen sind auch die Kosten zu erfassen die nur zu einer abstrakten Bereicherung des Arbeitnehmers führen.

Arbeitslohn aus Anlass von Betriebsveranstaltungen kann mit 25% pauschal besteuert werden. Eine solche Pauschalierung der Lohnsteuer kommt nicht in Betracht, wenn es sich bei der Veranstaltung nicht um eine Betriebsveranstaltung handelt.

Soweit die Zuwendungen den Betrag von 110 Euro je Betriebsveranstaltung und teilnehmendem Arbeitnehmer nicht übersteigen, gehören sie nicht zu den Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit, wenn die Teilnahme an der Betriebsveranstaltung allen Angehörigen des Betriebs oder eines Betriebsteils offensteht. Dabei ist der auf eine Begleitperson entfallende Anteil der Aufwendungen dem jeweiligen Arbeitnehmer zuzurechnen. Für die Begleitperson ist kein zusätzlicher Freibetrag von 110 Euro anzusetzen. Problematisch ist indes die Berechnung dieses Freibetrags. Dieser ist auf die bei der Betriebsveranstaltung tatsächlich anwesenden Teilnehmer zu verteilen. Das bedeutet für die Unternehmen einen enormen bürokratischen Aufwand. Der Arbeitgeber kann für die Berechnung des Freibetrags nicht auf die Zahl der Anmeldungen, mit der er für die Betriebsveranstaltung kalkuliert hat, zurückgreifen, sondern muss die Arbeitnehmer, die die Betriebsveranstaltung tatsächlich besucht haben, dokumentieren.

Wenn die Betriebsveranstaltung außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers stattfindet, die Anreise der Teilnahme an der Veranstaltung dient und die Organisation dem Arbeitnehmer obliegt, liegen ausnahmsweise Reisekosten vor.

Luisa Luft